Das neue Hilfspaket für Griechenland könnte einem Zeitungsbericht zufolge teurer werden als erwartet. Unter Berufung auf mehrere hochrangige EU-Diplomaten berichtete das «Handelsblatt» am Montag vorab, in Brüssel sei inzwischen von einem Betrag von mindestens 86 Milliarden Euro die Rede. Der Internationale Währungsfonds (IWF) halte sogar 90 Milliarden Euro für erforderlich.

Der Beschluss des Euro-Gipfels vom 12. Juli spricht von einem Finanzierungsbedarf von 82 bis 86 Milliarden Euro. Die Verhandlungen über das dritte Hilfspaket befinden sich in der Endphase. Griechenlands Regierung will die Grundsatzvereinbarung für das Programm spätestens am Dienstagmorgen präsentieren.

Rezession erhöht Finanzbedarf

Als ein wesentlicher Grund für den höheren Kreditbedarf werde die Rezession in Griechenland genannt, heisst es im Vorabbericht weiter. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte nach Reuters-Informationen 2015 zwischen 2,1 und 2,3 Prozent schrumpfen. Die EU-Kommission war in ihrer Frühjahrsprognose noch von einem Wachstum um 0,5 Prozent ausgegangen.

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Zwischen den Geldgebern Griechenlands sei deshalb ein Streit über das nötige Kreditvolumen entbrannt, heisst es im Vorabbericht. Der IWF dringe nach Angaben eines EU-Diplomaten darauf, die Sparvorgaben für die kommenden Jahre zu verringern und die Hilfskredite entsprechend zu erhöhen. Deutschland halte dagegen.

(reuters/ise)