Belastet von westlichen Sanktionen und niedrigeren Ölpreisen setzt die russische Wirtschaft ihre Talfahrt fort. In den ersten fünf Monaten schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt um 3,2 Prozent, wie Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew am Freitag beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg sagte.

Im ablaufenden zweiten und im folgenden dritten Quartal werde die Wirtschaftsleistung zwischen 3,5 und 4,0 Prozent einbrechen, im Schlussquartal 2015 dann um etwa zwei Prozent. «Ab dem zweiten Quartal kommenden Jahres werden wir wieder ein Wachstumsniveau des Bruttoinlandsproduktes von zwei Prozent oder etwas mehr sehen», sagte der Minister.

Automarkt bricht ein

Ein Indiz für die Misere ist der Automarkt, wo sich die Lage verschärft. In diesem Jahr sei mit einem Absatzrückgang von 25 bis 50 Prozent zu rechnen, sagte Industrieminister Denis Manturow. Bislang war er von einem Minus von maximal 25 Prozent ausgegangen. Nach jahrelangen Zuwächsen bekommt die russische Autobranche die Krise inzwischen schmerzhaft zu spüren.

Am Mittwoch verständigten sich die EU-Staaten darauf, die Wirtschaftssanktionen gegen Russland bis Ende Januar zu verlängern. Kommenden Montag soll die Entscheidung offiziell werden. Die EU hatte mit Einreiseverboten für Politiker und regierungsnahe Manager sowie mit Handelsbeschränkungen auf die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch die Russische Föderation reagiert.

(sda/ise)

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