1. Home
  2. Mode, Schmuck, Uhren: Luxusbranche im Aufwind

Glamour
Mode, Schmuck, Uhren: Luxusbranche im Aufwind

Luxusuhren: Begehrte Statussymbole. Keystone

Die Weltwirtschaft entwickelt sich schwach, in Europa bleiben Touristen aus. Trotzdem nimmt der Konsum von Luxusartikeln weltweit markant zu.

Veröffentlicht am 21.12.2016

Der weltweite Luxusgütermarkt ist gemäss den Berechnungen des Beratungsunternehmens Bain&Company 2016 um 4 Prozent auf 1,08 Billionen Euro gewachsen. Hauptverantwortlich dafür war das Umsatzplus von 8 Prozent beim Verkauf von Luxusautos gewesen. Zudem gehe der Trend immer stärker hin zu Luxuserlebnissen wie Reisen und Kreuzfahrten, hochwertigen Lebensmitteln, Wein und Spirituosen, wie die Experten von Bain und des italienischen Luxusgüterverbands Fondazione Altagamma am Mittwoch mitteilten.

Dagegen stagniere der weltweite Umsatz mit Luxusprodukten für den persönlichen Gebrauch wie Lederwaren, Mode, Schmuck, Uhren, Parfüm und Kosmetik im laufenden Jahr bei 249 Milliarden Euro. Zwar ziehen die Ausgaben der chinesischen Kunden nach einer dreijährigen Pause wieder an, die Kaufzurückhaltung der US-Amerikaner konnte damit aber nicht kompensiert werden.

Terrorgefahr bremst Geschäft

Die Terrorgefahr in Europa habe bei den Konsumenten tiefe Spuren hinterlassen, was sich auch anhand der tieferen Touristenzahlen zeige, heisst es weiter. Darunter habe insbesondere der Luxusumsatz in Frankreich gelitten und auch in Deutschland trübe sich das Geschäft mit der Terrorbedrohung ein.

Stabile Umsätze mit Touristen wurden in Spanien, Italien und Nordeuropa erzielt. In Grossbritannien sorgte die Schwäche des britischen Pfunds für gute Luxusgüterverkäufe. Insgesamt nahm der Luxusgüterumsatz in Europa währungsbereinigt um 1 Prozent zu. Dabei habe das Kaufverhalten der einheimischen Bevölkerung jenes der Touristen kompensiert.

Plus in China

Zunehmend besser als der Gesamtmarkt entwickle sich das Luxusgütergeschäft in Festland-China. Dies führen die Experten auf die Zunahme des Binnenkonsums zurück, doch habe das Plus am Heimmarkt den Rückgang bei den Ausgaben auf Reisen nicht ausgeglichen.

«Die Preisgestaltung der Luxusmarken in China ist noch sehr uneinheitlich, das Serviceniveau im Vergleich zum Ausland bescheiden. Das führt zu einem deutlich schlechteren Einkaufserlebnis der Chinesen im eigenen Land und damit zu geringeren Volumina als im Ausland», wird Bain-Partner Serge Hoffmann zitiert.

Minus in Hongkong

In Hongkong und Macau setzte sich 2016 der Abwärtstrend mit einem währungsbereinigten Umsatzminus von 15 Prozent fort. Insgesamt bezeichnet Bain die Entwicklung des Luxusmarkts in Südostasien mit einem Plus von 3 Prozent positiv.

Die Ergebnisse in Nord- und Südamerika entwickelten sich uneinheitlich und es resultierte ein Negativwachstum von insgesamt 2 Prozent. In den USA hatten die Luxusgüterhersteller mit dem abnehmenden Tourismus und schwachen lokalen Umsätzen zu kämpfen. In Lateinamerika bevorzugten die Kunden wegen des starken Dollars Käufe im eigenen Land. In Kanada stagnierten die Ausgaben für Luxuswaren.

E-Commerce mit Aufwind

Im Luxusgütermarkt gewinnt der Onlinehandel vermehrt an Bedeutung und der E-Commerce-Kanal erreicht bereits einen Anteil von 7 Prozent am gesamten Volumen. «Damit hat E-Commerce bei Luxusgütern deutlich Boden gutgemacht und reiht sich gemessen am Umsatz hinter den Luxusgesamtmärkten der USA und von Japan ein», stellt Hoffmann fest.

(sda/ise/jfr)

Anzeige