Nach Einschätzung der US-Ratingagentur Moody's wird die Weltwirtschaft auf absehbare Zeit nicht mehr das Wachstumstempo der Zeit vor der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise erreichen können. In den kommenden fünf Jahren dürften die 20 führenden Industrienationen (G20) nicht so stark zulegen, wie es noch vor Beginn der Krise im Jahr 2008, hiess es in einem Moody's-Bericht zur Lage der Weltwirtschaft, der am Dienstag veröffentlicht wurde.

Konkret rechnen die Experten von Moody's im laufenden Jahr mit einem Wachstum in den G20-Staaten um 2,7 Prozent und im kommenden Jahr um «etwa drei Prozent». Zum Vergleich: Vor Beginn der Krise hatten die grossen Industrienationen in den Jahren 2004 bis 2007 Wachstumsraten zwischen 4,5 Prozent und 5,2 Prozent.

Auch weniger optimistisch für die USA

Ausserdem senkten die Moody's-Experten ihre Wachstumsprognose für die USA. Im laufenden Jahr dürfte die grösste Volkswirtschaft der Welt um 2,4 Prozent wachsen. Im Mai hatte Moody's noch ein US-Wachstum von 2,8 Prozent prognostiziert.

Als Gründe für die pessimistischere Einschätzung nannte die Ratingagentur die schwierige Lage in den Schwellenländern. Die konjunkturelle Entwicklung in den USA, in der Eurozone und in Japan werde durch die Konjunkturflaute in China, die schwache Wirtschaft in Lateinamerika und durch die schwierige Lage in Russland gebremst, sagte Moody's-Expertin Marie Diron.

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Das Risiko lauert in China

Eine der grössten Gefahren für die Weltwirtschaft lauert nach Einschätzung der Ratingagentur aber in China. «Eine scharfe oder lange andauernde Korrektur der Preisentwicklung zählt zu den Risiken für die aktuelle Konjunkturprognose für die G20-Staaten», sagte Diron weiter.

(sda/mbü)