Die Profitabilität der Schweizer Banken hat sich bisher widerstandsfähig gegenüber dem negativen Zinsumfeld gezeigt. Doch inzwischen hätten sich die Risiken erhöht angesichts des steigenden Drucks auf die Zinsmargen und einer sich potenziell verschlechternden Qualität der Anlagen, schreibt die Rating-Agentur Moody's in einer am Montag veröffentlichten Branchen-Studie.

Bisher sei es den Schweizer Instituten gelungen, ihre Profitabilität dank steigenden Gebühreneinnahmen und Hypothekarvolumen sowie eingeleiteter Kostensenkungsmassnahmen zu verteidigen, heisst es weiter. Moody's geht aber davon aus, dass die Margen im Zinsengeschäft aufgrund des negativen Zinsumfeldes in den nächsten 12 Monaten auf 0,90 Prozent bis 0,95 Prozent von 1,0 Prozent im Juni 2015 sinken werden. Die Risiken für eine Anfälligkeit der Institute gegenüber einer Korrektur im Immobilienmarkt und einer höheren Verschuldung der privaten Haushalte seien damit gestiegen.

Die Risiko-Puffer funktionieren

Mit den negativen Zinsen gehe einher, dass sich aufgrund des überdurchschnittlich hohen Wachstums der Hypothekar-Kredite und einer sich jüngst abschwächenden Preisentwicklung im Immobilienmarkt die Qualität der Anlagen verschlechtere.

Allerdings geht Moody's in ihrem Basisszenario von einem «Soft Landing» im Schweizer Immobilienmarkt aus. Gestützt werde dieses von einem stabilen und leichten Wachstum der Wirtschaft mit einer anhaltend tiefen Arbeitslosenquote. Zudem hätten die Schweizer Regulierungsvorschriften mit ihren strengen Kriterien für die Banken erfolgreich die Vergabe von Hypotheken gedämpft, schreibt Moody's weiter.

(awp/mbü/ama)