In den wirtschaftlich unsicheren Zeiten macht die Schweizer Währung ihrem Ruf als sicherer Hafen alle Ehre. Der Franken befindet sich in diesem Jahr auf einem Höhenflug und hängt alle anderen Währungen mit Leichtigkeit ab. Alle? Nicht ganz. Eine Währung stemmt sich beharrlich gegen den harten Franken: der mosambikanische Metical.

2011 hat der Metical gegenüber dem Franken nicht weniger als 21 Prozent an Wert zugelegt. Selbst als der Euro gegenüber der Schweizer Währung regelrecht einbrach, hielt sich der Metical gut.

Ein Grund für das Erstarken des Metical ist die gute Konjunkturentwicklung Mosambiks. Knapp zwanzig Jahre nach dem Ende des 16-jährigen Bürgerkriegs und rund 10 Jahre nach einer verheerenden Flutkatastrophe befindet sich das südostafrikanische Land wirtschaftlich auf dem Vormarsch. Mosambik hat in jüngerer Zeit reihenweise ausländische Investoren angelockt, wie ein auf Afrika spezialisierter Analyst einer Schweizer Bank erklärt.

Besonders die steigende Nachfrage nach Kohle macht Mosambik für Direktinvestitionen attraktiv. Doch auch Land- und Forstwirtschaft spüren den Aufschwung. 2010 wuchs das Bruttoinlandprodukt um mehr als 8 Prozent.

Unterschiedliche Wirtschaftsstrukturen

Obwohl sich sowohl die Schweiz als auch Mosambik einer starken Aufwertung der eigenen Währung gegenübersehen, könnten die Reaktionen unterschiedlich kaum sein. In der Schweiz klagt die Wirtschaft über die negativen Auswirkungen der Frankenstärke.

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In einer kürzlich publizierten Umfrage der Beratungsfirma Roland Berger gaben 62 Prozent der befragten Unternehmen an, von der Frankenstärke stark oder sehr stark betroffen zu sein.

Anders präsentiert sich das Bild für Mosambik: Nur 27 Prozent der Unternehmen ist vom starken Metical negativ betroffen, wie eine Umfrage von KPMG Anfang Dezember ergab. Knapp die Hälfte von ihnen spürt keine Auswirkungen auf das Geschäft. Und ein Viertel der Befragten beurteilt die Auswirkungen der harten Währung auf den Geschäftsverlauf gar positiv.

Eine mögliche Erklärung für das überraschende Ergebnis ist die Struktur der mosambikanischen Wirtschaft: Der Bergbau als wichtigster Wirtschaftszweig erwirtschaftet zwar den Grossteil seiner Erträge mit Exporten.

Allerdings fallen nicht nur die Einnahmen, sondern auch die Kosten zum grössten Teil in ausländischen Währungen an. Denn die für die Minen benötigten Maschinen müssen aus dem Ausland importiert werden.

Hohe Inflation

So verwundert es nicht, dass Regierung und Zentralbank bis anhin gelassen auf die Kursgewinne des Metical reagiert haben. Die Regierung erklärte Ende November gar, «glücklich» über die Währungssituation zu sein.

Milliardenschwere Interventionen an den Devisenmärkten, wie sie die Schweizerische Nationalbank wiederholt durchgeführt hatte, sind von der mosambikanischen Zentralbank nicht zu erwarten - zumal dies die Inflation weiter anheizen könnte.

Nach Angaben des nationalen Statistikamts lag die Teuerungsrate zuletzt bei fast 9 Prozent.

(tno/sda)