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Tourismus
Nach der WM sollen die Touristen nach Russland strömen

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Fussballfans in Moskau: Das Land erwartet wegen der WM einen Aufschwung im Tourismus.Quelle: Keystone

Russland will die Früchte der Fussball-Weltmeisterschaft ernten. Dank der WM soll das Land mehr Gäste anlocken.

Veröffentlicht am 13.07.2018

Russland hofft nach der Fussball-WM auf wesentlich mehr Touristen. Sie erwarte ein deutliches Plus bei der Zahl ausländischer Urlauber, sagte die stellvertretende Regierungschefin Olga Golodez in einem am Donnerstag veröffentlichten Reuters-Interview. «Wir hoffen, dass dieser Zustrom im nächsten Jahr um nicht weniger als 15 Prozent zunehmen wird, dank der Politik der Offenheit und der Anerkennung Russlands während der Weltmeisterschaft.» Russland hat mehr als 700’000 ausländische Fussballfans während des Turniers beherbergt, unter anderem in Moskau, St. Petersburg und Sotschi.

Die WM, die am Sonntag mit dem Finale zwischen Frankreich und Kroatien zu Ende geht, verlief bisher ohne grössere Sicherheitsvorfälle. Sorgen über Rassismus und Gewalt von Hooligans, die es vor dem Turnier gab, haben sich nicht bestätigt. «Wir sind sehr erfreut darüber, wie die Menschen auf die Atmosphäre reagiert haben», sagte Golodez. «Es scheint mir, dass die Weltmeisterschaft uns erlaubt hat, Stereotypen zu zerstören, die in der Welt existierten.»

Stadien nicht unbenutzt lassen

Russland hofft laut Golodez auch auf einen Entwicklungsschub in den Regionen, wo Spiele stattgefunden haben. Die Regierung werde bald einen Plan vorlegen, um sicherzustellen, dass neu gebaute Stadien nicht ungenutzt bleiben. Saransk, die kleinste WM-Stadt, verfügt über ein Stadion mit rund 45’000 Sitzplätzen und nur 300’000 Einwohnern. Die 650 Kilometer südöstlich von Moskau gelegene Stadt hat auch keine Mannschaft in der ersten russischen Liga. «Je kleiner die Bevölkerung, desto schwieriger wird es natürlich, dieses Programm umzusetzen. Das ist verständlich. Aber wir sehen überall Potenzial.»

Die WM-Stadien sollen künftig grosse kulturelle Veranstaltungen, einschliesslich Musikfestivals, beherbergen. Ihr Betrieb solle in den nächsten zwei bis drei Jahren stabil sein, sagte Golodez, die für Sport und Kultur zuständig ist.

(sda/mbü)

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