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Lohnerhöhung
Nächstes Jahr steigt der Lohn viel schwächer an

Baubranche: Auch die Löhne auf dem Bau steigen 2014 wohl weniger stark als dieses Jahr. (Bild: Keystone)

Die reale Lohnerhöhung wird 2014 weitaus kleiner werden als dieses Jahr. 2013 sind die Löhne im Durchschnitt 1,1 Prozent gestiegen.

Veröffentlicht am 01.11.2013

Unternehmen signalisieren, dass sie den Mitarbeitern im nächsten Jahr im Schnitt 0,9 Prozent mehr Lohn zahlen. Zwei Drittel vom Zugewinn frisst aber die Jahresteuerung weg: Real haben die Schweizer laut der Grossbank UBS nur 0,3 Prozent mehr in der Tasche.

Mit einem rückläufigen Preisniveau von wohl 0,2 Prozent hat das laufende Jahr mehr eingeschenkt: Laut der veröffentlichten Lohnumfrage der UBS-Ökonomen bei 353 Unternehmen, sind die Löhne dieses Jahr im Schnitt ebenfalls um 0,9 Prozent gestiegen. Real erhöhten sich die Löhne so um 1,1 Prozent.

In den letzten zehn Jahren wuchsen sie Löhne real um durchschnittlich 0,8 Prozent. Der Rückgang der Preise in den letzten zwei Jahren dürfte die Lohnverhandlungen geprägt haben, lautet die Einschätzung der UBS: Dies schlage sich nun in einem vergleichsweise geringen Reallohnzuwachs im nächsten Jahr nieder.

Branchenunterschiede

Es sind allerdings nicht alle Branchen gleich betroffen. Lohnerhöhungen hängen davon ab, wie gut Branchen wirtschaftlich dastehen. Auch werde die Lohnschere tendenziell kleiner, schreiben die UBS-Ökonomen: In der Industrie dürften die tiefer bezahlten Mitarbeiter diesmal besonders stark profitieren.

Am meisten freuen dürfen sich aber die Angestellten der Chemie- und Pharmabranche: ihre Löhne sollen gemäss UBS um im Schnitt 1,5 Prozent ansteigen. Diese Wirtschaftszweige sind laut UBS ausserordentlich wettbewerbsfähig.

Danach folgen die Mitarbeiter des Wirtschaftszweigs Informatik- und Telekomdienste. Dort rechnet die UBS mit einem Lohnanstieg um 1,4 Prozent. Energie- und Versorgungunternehmen zahlen im Schnitt 1,1 Prozent mehr Gehalt.

Viele Branchen mit 1 Prozent

Für die Angestellten der eigenen Branche und für die Versicherungen sagt die UBS ein Gehaltsplus von 1,0 Prozent voraus. Ein Prozent mehr Lohn gibt es gemäss der Umfrage auch in einer ganzen Reihe anderer Wirtschaftszweige.

Dazu gehören die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie, Baugewerbe und Architektur, Gross- und Detailhandel, das Autogewerbe, die Dienstleister für Unternehmen, die Nahrungsmittelproduktion, Konsumgüter, die Uhrenindustrie und da Gesundheits- und Sozialwesen.

Einige mit Reallohnverlust

Im öffentlichen Sektor und bei Materialien und Baustoffen beträgt der Zuwachs 0,8 Prozent. Einen Wert von 0,5 Prozent - was gemessen an der Teuerung einen Reallohnverlust von 0,1 Prozent bedeuten würde, gibt es in jenen Branchen, die zum Teil mit wirtschaftlichen Problemen kämpfen.

Dazu gehören die Textilindustrie, der Logistiksektor, Medien und der Tourismus. Vor allem die Medienbranche dürfte wegen ihrer strukturellen Probleme mit Lohnerhöhungen zurückhaltend sein. Im Fremdenverkehr stiegen die Gehälter wohl auch deswegen nicht stark an, weil der neue Gesamtarbeitsvertrag im Vorjahr deutliche Lohnsteigerungen mit sich gebracht hatte.

(sda/chb/muv)

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