Der Euro ist ins Plus gedreht und hat die Marke von 1,25 Dollar zurückerobert. Unerwartet kräftiges Geldmengenwachstum und starke Nachfrage nach spanischen Geldmarktpapieren sorgten für Unterstützung.

Die europäische Gemeinschaftswährung wurde Dienstagmittag mit 1,2541 Dollar gehandelt. Im frühen Handel war der Euro noch bis auf 1,2466 Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,2530 (Freitag: 1,2507) Dollar festgesetzt.

Das Wachstum der Geldmenge im Euroraum hat sich im Juli um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit überraschend deutlich beschleunigt. Auch das in den Vormonaten rückläufige Kreditvolumen legte leicht zu. Investoren nahmen die Daten positiv auf, die Zahlen könnten ein Hinweis sein, dass die Wirtschaft im Euroraum langsam wieder Fuss fasst.

Spanische Geldmarktpapiere-Auktion hebt Stimmung

Eine Auktion spanischer Geldmarktpapiere hob die Stimmung an den Märkten weiter. Das Krisenland konnte sich problemlos 3,6 Milliarden Euro mit zwei Kurzläufern über sechs und drei Monate besorgen. Die Zinsen gingen deutlich zurück. Auch Italien sammelte frisches Geld zu günstigeren Bedingungen bei Anlegern ein als im Vormonat.

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Dennoch dürfte die Unsicherheit nach Einschätzung der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) wegen dem ungewissen Fortgang der Euro-Krise vorerst anhalten. Die am Nachmittag erwarteten Daten aus den USA zum Verbrauchervertrauen und dem Hauspreisen dürften auf eine Stabilisierung der Konjunktur hinweisen.

Gegenüber dem Schweizer Franken notiert der Euro am Dienstag am Mittag mit 1,2010 Franken weiterhin leicht über der Untergrenze der Schweizer Nationalbank (SNB) von 1,20 Franken. Am Montag bekräftigte SNB-Präsident Thomas Jordan einmal mehr Euro-Franken-Mindestkurs in der Wirtschaftsmagazin-Sendung «ECO» des Schweizer Fernsehens. Deswegen mögliche Verluste seien «geldpolitisch nicht relevant» so Jordan.

Kursuntergrenze «absolut nötig» gewesen

Die Einführung der Kursuntergrenze vor einem Jahr sei «absolut notwendig» gewesen, der Mindestkurs habe eine positive Wirkung auf die Stabilisierung der Schweizer Wirtschaft gehabt, so der SNB-Präsident weiter. Die Frage nach einer Auflösung der Koppelung des Frankens an den Euro stelle sich derzeit nicht. Allerdings sei «der Mindestkurs nicht für die Ewigkeit». Es handle sich dabei um eine «Extremmassnahme für eine Extremsituation».

Der US-Dollar kostet heute Mittag mit 0,9577 Franken wieder etwas weniger als noch heute Morgen mit 0,9599 Franken. Nachdem die Marke von 0,9630 Franken gegen oben durchbrochen wurde, befinde sich der Markt derzeit in einer Konsolidierungsphase, meinen die Devisen-Experten der ZKB.

Ein Durchbruch oben bei 0,9660 Franken würde einen leichten Aufwärtstrend einläuten, ein Abgleiten des Dollars unter 0,9580 Franken würde dagegen weitere Kurskorrekturen Richtung 0,9535 Franken oder sogar 0,9475 Franken möglich machen, so die Experten weiter.

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(aho/awp)