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Naturkatastrophen setzen Versicherern wenig zu

Schulmädchen in Nepal: Das Erdbeben war nicht teuer für die Versicherer. Keystone

Den Versicherern kamen Naturkatastrophen bis Mitte Jahr nicht teuer zu stehen. Am meisten mussten sie für Winterstürme in den USA bezahlen – das Erdbeben in Nepal war kein grosses Thema.

Veröffentlicht am 14.07.2015

Trotz einiger Naturkatastrophen ist das Jahr 2015 für die Versicherungsbranche bislang glimpflich verlaufen. Insgesamt waren bis Ende Juni Schäden von 35 Milliarden Dollar zu verzeichnen, wie der weltgrösste Rückversicherer Münchener Rück am Dienstag in seinem Branchenbericht feststellte.

Der Durchschnittswert der vergangenen 30 Jahre liegt demnach bei etwa 64 Milliarden Dollar. Auch die versicherten Schäden - also das, was die Assekuranz tatsächlich bezahlen musste - lagen im Halbjahr mit zwölf Milliarden Dollar unter dem langjährigen Durchschnitt.

In Nepal war wenig versichert

Zu den grössten Ereignissen zählten das Erdbeben in Nepal im April und die Hitzewelle in Indien und Pakistan im Juni. Dabei starben rund 12.000 Menschen - während es insgesamt in den ersten sechs Monaten mehr als 16.000 waren, wie aus dem Zwischenbericht hervorgeht.

Die Anfälligkeit gegenüber Naturkatastrophen müsse insbesondere in den Schwellen- und Entwicklungsländern verringert werden, mahnte Münchener-Rück-Vorstand Torsten Jeworrek. In Nepal waren die Schäden zwar sehr gross, doch nur wenig davon war versichert. 

Schäden wegen Schneemassen

Die teuerste Naturkatastrophe für die Branche war eine Reihe von Winterstürmen, die Ende Februar den Nordosten der USA und Kanadas trafen. Sie verursachten Gesamtschäden von 2,4 Milliarden Dollar, davon waren 1,8 Milliarden versichert.

Generell war der Winter in der Region ungewöhnlich kalt und sehr schneereich - was zusätzliche Kosten verursachte. Das teuerste Ereignis in Europa war Wintersturm «Niklas», der im März auch Deutschland mit voller Wucht getroffen hatte. Er verursachte viele Schäden an Häusern, Autos, Fabriken und landwirtschaftlichen Flächen. Der Gesamtschaden betrug 1,4 Milliarden Dollar, davon war rund eine Milliarde versichert.

(reuters/mbü/ama)

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