Ein überraschend starker Rückgang des chinesischen Aussenhandels weckt neue Sorgen über den Zustand der zweitgrössten Volkswirtschaft. Die Ausfuhren fielen im März drastisch um 14,6 Prozent im Vorjahresvergleich, während die Einfuhren um 12,3 Prozent zurückgingen, wie die Zollverwaltung am Montag in Peking berichtete.

Experten hatten eigentlich einen Anstieg der Exporte nach dem chinesischen Neujahresfest im Februar um mehr als zehn Prozent erwartet. Der ungewöhnliche Rückgang der Ausfuhren demonstriert die schwache Nachfrage nach Waren «Made in China» in einer schlechten Weltkonjunktur.

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Schwache Inlandsnachfrage

Im ersten Quartal ging der Aussenhandel der grössten Handelsnation damit um 6 Prozent auf 5,54 Billionen Yuan (heute umgerechnet 841 Milliarden Euro) zurück, womit China einen wichtigen Wachstumstreiber verliert. Als Ziel für dieses Jahr hatte die Regierung eigentlich einen Zuwachs des Aussenhandels um sechs Prozent vorgegeben.

Die Exporte stiegen in den ersten drei Monaten dieses Jahres noch um 4,9 Prozent, während die Importe um 17,3 Prozent zurückgingen. Der anhaltende Rückgang der Einfuhren deutet auch schwache heimische Nachfrage in China hin. Angesichts der schlechten Handelsdaten rechnen Analysten mit neuen Stimulus-Massnahmen.

Wachstum so langsam wie schon lange nicht mehr

Nach 7,4 Prozent im Vorjahr soll die chinesische Wirtschaft in diesem Jahr nur noch um «rund sieben Prozent» wachsen - so langsam wie seit 25 Jahren nicht mehr.

(awp/dbe/ise)