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Protektionismus
Neue Strafzölle gegen China treten in Kraft

China
Plakat in China: US-Kunden dieses Restaurants müssen 25 Prozent mehr bezahlen.Quelle: Keystone

Trotz Verhandlungen treten am Donnerstag neue US-Zölle auf 279 Importgüter in Kraft. China will zurückschlagen.

Veröffentlicht am 23.08.2018

Neue Sonderzölle der USA gegen China treten am Donnerstag in Kraft - trotz Verhandlungen der beiden Grossmächte. 279 Importgüter aus China sind nach Angaben der US-Behörden davon betroffen, unter anderem Halbleiter, Chemikalien, Plastik, Motorräder und Elektroroller.

Insgesamt geht es um Einfuhren im Volumen von 16 Milliarden Dollar. China - die nach den USA zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt - hat bereits angekündigt, in ähnlichem Umfang zurückzuschlagen. Gezielt wird dabei auf Benzin, Autos, Stahl und Medizintechnik aus den USA.

USA haben «viel mehr Kugeln als China»

China verurteilte die neuen Strafzölle vom Donnerstag umgehend und erklärte, keine andere Wahl zu haben, als darauf mit Gegenmassnahmen zu reagieren. Das Vorgehen der US stehe eindeutig im Verdacht, gegen die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) zu verstossen, erklärte das chinesische Handelsministerium. Peking werde Klage bei der WTO einreichen.

US-Handelsminister Wilbur Ross hatte am Mittwoch gesagt, China könne auf Dauer nicht im gleichen Tempo wie die USA Strafzölle verhängen. «Natürlich werden sie ein bisschen Vergeltung üben», aber am Ende hätten die USA «viel mehr Kugeln als China», sagte Ross dem Sender CNBC. China wisse das. «Wir haben eine viel stärkere Wirtschaft als sie, das wissen sie auch.»

Gespräche mit geringen Aussichten

Unterdessen verhandeln die beiden Länder in dem Konflikt erstmals seit über zwei Monaten wieder, allerdings nicht auf hochrangiger politischer Ebene. Die Beratungen finden im US-Finanzministerium statt. US-Präsident Donald Trump hatte Reuters im Vorfeld gesagt, bei den Gesprächen werde wohl nicht viel herauskommen.

Trump stört sich an dem riesigen Defizit seines Landes im Handel mit der Volksrepublik und hat deswegen Sonderzölle erhoben. Er wirft China auch unfaire Handelspraktiken und Diebstahl geistigen Eigentums vor.

(sda/gku/mbü)

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