Der zyprische Präsident Nikos Anastasiades will den Parteivorsitzenden Zyperns heute eine neue Version des Rettungsprogramms vorlegen. Dies sagten mehrere Politiker im zyprischen Fernsehen.

Demnach könnte - vorausgesetzt dass es zu einer Einigung kommt - schon heute Abend im zyprischen Parlament darüber abgestimmt werden. Unter anderem soll den Informationen zufolge der zyprische Präsident eine «gemilderte» Zwangsabgabe für Bankeinlagen vorschlagen.

Summen unter 100'000 Euro würden dabei nicht angetastet, berichteten einige Politiker. Andere meinten, diese Geldeinlagen sollten mit drei Prozent belastet werden. Aus Verhandlungskreisen verlautete, im Gespräch seien auch die Verstaatlichung von Pensionsfonds und die Ausgabe einer Sonderanleihe auf künftige Erdgas-Einnahmen.

Die zyprische Nachrichtenagentur CNA meldete, Anastasiades habe beim Verlassen des Präsidentenpalastes gesagt, «eine Entscheidung über den Rettungsplan für Zypern muss spätestens am Donnerstag fallen».

Das Treffen des Präsidenten mit den Parteivorsitzenden soll um 9.30 Uhr (Ortszeit) beginnen. Das hochverschuldete Euro-Land, dessen wichtigste Banken vor dem Kollaps stehen, muss möglichst schnell eine Selbstbeteiligung von 5,8 Milliarden Euro am Hilfspaket aufbringen. Sonst sind die Euro-Partner nicht zu Notkrediten von bis zu zehn Milliarden bereit.

(jev/tke/sda)