Die Proteste der so genanten «Empörten»-Bewegung sind in der Schweiz angekommen: Rund 1000 besetzten am Samstag den Paradeplatz im Zürcher Finanzviertel. In Genf gingen rund 300 auf die Strasse, in Basel 100 und in Bern 50.

Zürich: Freude über friedlichen Verlauf

Einige Teilnehmer hielten auf dem Zürcher Paradeplatz hielten Transparente oder Plakate hoch, etwa mit der Aufschrift «Wir kaufen euch nicht frei» oder «Für eine neue Schweiz ohne Ablass-Handel». Der Anlass wurde unter anderem von den Jungsozialisten (Juso) organisiert, die von Beginn an mit einer grossen Delegation vertreten waren.

Die Besetzer zeigten sich äusserst kreativ: Viele verkleideten sich, etwa als moderne Robin Hoods oder als wandelnde Geldscheine. Eine Gruppe klebte ein selbst gebasteltes Monopoly auf den Boden. Andere hatten eine selbstgebastelte «Geld»-Waschmaschine mitgebracht.

Basel: Bunt gemischt Schar vor dem BIZ-Gebäude

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In Basel fand sich am Samstagnachmittag eine gute Hundertschaft vor dem Sitz der Bank für Internationalen Zahlungsverkehr (BIZ) zum Protest versammelt. Nach diffusen Internet-Aufrufen traf sich die bunt gemischte Schar zur friedlichen Diskussion.

Nach dem angekündigten Beginn der symbolischen Besetzung vor der BIZ - an einer unwirtlichen Verkehrsecke nahe des Bahnhofs SBB - um 14 Uhr tröpfelten nach und nach Sympathisanten ein. Transparente waren zunächst keine zu sehen; Ansprachen gab's ohne Megafon. Einige nahmen an kapitalismuskritischen ad-hoc-Arbeitsgruppen teil.

Die Polizei war rundum diskret präsent und bereit. Für den Protestanlass hatte im Vorfeld keine Organisation eine Bewilligung beantragen mögen. Die BIZ hatte vorzeitig sämtliche Eingänge, Zufahrten und Tore geschlossen, doch ihr sonst gut sichtbares Sicherheitspersonal hielt sich unsichtbar im Hintergrund.

Im Vorfeld des BIZ-Sit-In hatte es geheissen, die Kundgebung solle bis Montagmorgen um 5 Uhr dauern.

Bern: Kaum gestörter Verkehr

In Bern zogen am frühen Samstagnachmittag rund 50 Personen vom Bahnhofplatz durch die Innenstadt zum Bundesplatz. Ein Mann skandierte mit einem Megafon hin und wieder Parolen, weitere Teilnehmer verteilten Flugblätter an Passanten, und einige hielten Plakate in die Höhe. Der Umzug verlief friedlich, und der Verkehr wurde kaum gestört.

(vst/sda)