Die Industrieländerorganisation OECD hat Japan vor Interventionen am Devisenmarkt als Mittel zur Schwächung des Yen gewarnt. Ein solcher Eingriff könne den Trend bei der Bewertung einer Währung nicht grundsätzlich verändern, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria am Montag in Tokio. Interventionen seien lediglich geeignet, übermässige Kursschwankungen zu unterbinden. Der Dollar fiel zu Wochenbeginn zum Yen auf den tiefsten Stand seit Oktober 2014.

Der leitende Kabinettssekretär Yoshihide Suga hatte der Nachrichtenagentur Reuters jüngst gesagt, Notenbank und Regierung beobachteten die Wechselkursentwicklung genau und seien, wenn nötig, zu angemessenen Schritten bereit. Welche Massnahmen erwogen werden, wollte er nicht sagen. Dem Fernost-Land macht die Stärke seiner Währung zu schaffen, da die Wettbewerbsfähigkeit der exportlastigen Wirtschaft darunter leidet.

Gastgeber für das G7-Treffen

Durch den im Februar vereinbarten Verzicht der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) auf einseitige Währungsabwertungen sieht sich Japan nicht die Hände gebunden. Japan ist im Mai Gastgeber des Treffens der Finanzminister und Notenbankchefs der Industriestaatengruppe G7. Dabei dürfte das Thema Interventionen am Devisenmarkt ebenfalls zur Sprache kommen.

Der OECD-Chef mahnte Japan zugleich zu einem höheren Reformtempo. Dabei sei durchaus Spielraum für eine Mehrwertsteuererhöhung vorhanden. Zuletzt hatten ranghohe Berater Ministerpräsident Shinzo Abe davon abgeraten, die nächste Stufe der Anhebung im nächsten Jahr zu zünden. In Japan gibt es Bedenken dagegen, da die Wirtschaft nach einer ersten Mehrwertsteuererhöhung im vergangenen Jahr in eine Rezession rutschte. Abe verschob daraufhin den zweiten Schritt um eineinhalb Jahre auf April 2017.

(reuters/ise/hon)