Der anhaltende Ölpreisverfall zwingt die Förderstaaten nach Einschätzung von JP Morgan zu massiven Verkäufen ihres Tafelsilbers. Zur Stabilisierung ihrer Haushalte würden die Länder im laufenden Jahr weltweit Vermögenswerte für insgesamt 240 Milliarden Dollar auf den Markt werfen, prognostizierte die US-Bank am Montag. Grösstenteils werde es sich dabei um Aktien und Anleihen handeln. Demnach würden Währungsreserven abgebaut und die Anlagen von Staatsfonds reduziert.

Zusammen müssten die ölfördernden Staaten ein Etatloch von 260 Milliarden Dollar stopfen. Nach Erhebung von JP Morgan hatten die betroffenen Länder im vergangenen Jahr, als der Preisrückgang bereits Fahrt aufnahm, Vermögenswerte im Umfang von 70 Milliarden Dollar losgeschlagen.

So billig wie im November 2003

Der Ölpreis ist wegen eines weltweiten Überangebots unter Druck. Die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee war am Montag mit 27,67 Dollar je Barrel (159 Liter) zeitweise so billig wie zuletzt im November 2003. Die Berechnungen von JP Morgan basieren auf der Annahme, dass Öl dieses Jahr im Schnitt 31 Dollar je Barrel kosten wird.

(reuters/gku/ama)