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Produktion
Paris kämpft gegen eine Flaute in der Industrie

François Hollande: Der unbeliebte Präsident. Keystone

Die Industrie in Frankreich zeigt Bremsspuren. Das Bild ist ähnlich wie in Italien. Dafür entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Frankreich erfreulich.

Veröffentlicht am 10.11.2016

Die französische und die italienische Industrie haben im September Bremsspuren gezeigt. In Frankreich stellten die Industrieunternehmen 1,1 Prozent weniger her als im August, wie das Statistikamt Insee am Donnerstag mitteilte. Im August war die französische Produktion noch um 2,3 Prozent gesteigert worden.

Laut Daten hat die zweitgrösste Volkswirtschaft der Eurozone in den Sommermonaten zugleich den stärksten Stellenzuwachs seit 2007 und damit den Zeiten vor Ausbruch der globalen Finanzkrise erlebt. Von Juli bis September wurden unter dem Strich 52'200 neue Jobs geschaffen. Dies bedeutet ein Plus von 0,3 Prozent zum Vorquartal.

Rückenwind für Hollande

Die Daten dürften Staatschef François Hollande vor den anstehenden Präsidentschaftswahlen im Frühjahr gelegen kommen. Der seit Jahren mit schlechten Umfragewerten kämpfende Sozialist hat eine erneute Kandidatur für das höchste Staatsamt von spürbaren Erfolgen im Kampf für mehr Beschäftigung abhängig gemacht.

Die Massenarbeitslosigkeit mit Erwerbslosenraten um die zehn Prozent ist seit Jahren die Achillesferse der Wirtschaft. Frankreich hat eine der höchsten Geburtenraten Europas und braucht daher einen stärkeren Jobaufbau als seine Nachbarländer, um die Arbeitslosenrate zu drücken.

Rückgang in Italien

Auch Italiens Industrie drosselte ihre Produktion im September. Die Betriebe stellten 0,8 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das nationale Statistikamt Istat mitteilte. Für einen Lichtblick sorgte das Produktionswachstum von 1,2 Prozent im gesamten dritten Quartal.

Dies deutet darauf hin, dass die Wirtschaft nach einer Stagnation im Frühjahr im Sommer wieder gewachsen sein dürfte. Die nach Deutschland und Frankreich drittgrösste Volkswirtschaft der Eurozone erholt sich deutlich langsamer als andere Staaten der Region. Die EU-Kommission senkte erst am Mittwoch ihre Wachstumsprognose für Italien 2016 auf 0,7 von 1,1 Prozent.

(sda/ise/mbü)

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