Schlankeres Management, weniger Kosten, geringere Schulden: Die chinesische Regierung verordnet den Staatsfirmen eine Rosskur, mit denen sie fitter für den Wettbewerb gemacht werden sollen.

Innerhalb der kommenden drei Jahre sollen sie ihre Führungsebenen von derzeit fünf bis neun auf maximal drei bis vier reduzieren, beschloss das Kabinett am späten Mittwochabend. Jede fünfte Führungskraft müsse gehen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Bis Ende 2017 sollen die Firmen ihre Kosten um umgerechnet 13,6 Milliarden Euro drücken.

Selbstständigkeit für unterstützt

Neueinstellungen und Bezahlung müssen den Markterfordernissen angepasst werden, fordert die Regierung. Auch die Verschuldung solle gesenkt, eine strikte Kostenkontrolle eingeführt und unrentable Nebengeschäfte abgestossen werden. Die Stahl- und Kohleunternehmen sollen ihre Produktion angesichts weltweiter Überkapazitäten bis 2017 um zehn Prozent drücken. Mit Steuernachlässen und günstigen Darlehen sollen entlassene Mitarbeiter ermutigt werden, sich selbstständig zu machen.

Im Stahl- und Kohlesektor sollen nach offiziellen Angaben 1,8 Millionen Menschen entlassen werden. Chinas Zentralregierung will den Behörden vor Ort in diesem Jahr mit umgerechnet rund 3,75 Milliarden Euro helfen, die Folgen davon abzufedern.

Fonds soll Entlassenen helfen

Ein Restrukturierungsfonds soll zum einem den entlassenen Arbeitern zugutekommen. Zum anderen sollen damit lokale Verwaltungen belohnt werden, die die Vorgaben für Werksschliessungen übertreffen, wie das Finanzministerium in Peking am Donnerstag mitteilte.

China zählt 112 Unternehmen, die sich entweder in Staatsbesitz befinden oder von Peking aus gelenkt werden. Hinzu kommen Tausende Firmen, die den Regional- und Kommunalregierungen gehören. Die Regierung will private Investitionen steigern und so für ein nachhaltigeres Wachstum der nach den USA zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt sorgen.

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(sda/cfr/mbü)