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Steigerung
Pharmabranche stellt knapp die Hälfte der Exporte

Rheinhafen Basel: Die Schweiz ist ein Pharmaexporteur.  Keystone

Der Pharma- und Chemiesektor ist mit seiner Ausfuhrsteigerung für die guten Exportzahlen der Schweiz im Februar verantwortlich. Zugleich haben die Zahlen einen negativen Effekt.

Veröffentlicht am 22.03.2016

Die Schweiz hat sich schon längst vom Maschinen- zum Pharmaexporteur gewandelt. In den letzten Monaten hat sich dieses Bild noch akzentuiert: Während die Maschinenexporte seit Monaten rückläufig sind, hat die chemisch-pharmazeutische Industrie ihre Ausfuhren den sechsten Monat in Folge gesteigert.

Unterdessen ist der Wert der chemisch-pharmazeutischen Exporte dreimal höher als jener von Maschinen und Elektronik. Die Bedeutung von Pharma und Chemie für die Schweiz als Exportland ist immens: Fast jeder zweite im Export verdiente Franken stammt aus dem Verkauf chemisch-pharmazeutischer Produkte.

Bald die Hälfte der Exporte aus dem Pharmasektor

Im Februar lag der Anteil der chemisch-pharmazeutischen Produkte an den Gesamtexporten bei rund 45 Prozent. Vor knapp 30 Jahren waren es erst 23 Prozent, wie Berechnungen der Nachrichtenagentur sda basierend auf Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung zeigen.

Allein im letzten Jahr – zwischen Februar 2015 und Februar 2016 – stieg der Wert der ins Ausland verkauften chemisch-pharmazeutischen Produkte um fast 20 Prozent. Dies zeigen am Dienstag publizierte Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung.

Bereinigt bleibt ein Plus von 7 Prozent

Dass der wertmässige Anstieg so stark ausfällt, liegt auch daran, dass die Branche höhere Preise durchsetzen konnte. Zudem hatte der diesjährige Februar einen Arbeitstag mehr als der letztjährige, was einen grossen Einfluss auf die Ausfuhren hat.

Doch auch rein mengenmässig und bereinigt um den zusätzlichen Arbeitstag wäre das Exportplus bei den chemisch-pharmazeutischen Produkten noch markant gewesen: Es hätte rund 7 Prozent betragen.

Trendumkehr im Jahr 2001

Bis Ende der 1990er-Jahre waren Maschinen, Apparate und Elektronik die wichtigsten Schweizer Exportgüter. Doch dann kehrte sich das Bild: 2001 überholten Chemie und Pharma die Maschinen- und Elektronikhersteller. Heute verkaufen letztere etwas weniger ins Ausland als zur Jahrtausendwende. Die chemisch-pharmazeutische Industrie hat ihre Ausfuhren in der gleichen Zeitspanne verdoppelt.

Die stark gestiegenen Pharmaexporte haben im Februar die gesamte Aussenhandelbilanz in ein günstiges Licht gerückt: Die gesamten Exporte legten im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,8 Prozent zu. Dies ist ebenfalls zu einem Teil dem zusätzlichen Arbeitstag geschuldet. Ohne diesen hätte das Exportplus jedoch noch immer 3,7 Prozent betragen.

Importe im Sinken

Während die Pharmabranche die Exporte beflügelte, drückte sie gleichzeitig die Importe: Diese gingen im Februar ebenfalls deutlich zurück: Um 2,6 Prozent auf 13,6 Milliarden Franken. Ohne den zusätzlichen Arbeitstag wären sie noch stärker gesunken, nämlich um 7,2 Prozent. Der überwiegende Teil des Minus ist auf chemisch-pharmazeutische Produkte zurückzuführen.

Da die Exporte stark stiegen und die Importe stark sanken, ergibt sich unter dem Strich in der Handelsbilanz ein Rekordüberschuss von 4,1 Milliarden Franken.

(sda/jfr)

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