Schweizer Firmen haben im laufenden Jahr bisher deutlich mehr Waren ins Ausland verkauft. Die Exporte stiegen so stark wie seit Ende 2012 nicht mehr. Damit geht es für die exportorientierten Industrien nach der gedämpften Entwicklung der letzten Jahre wieder aufwärts. Sie profitieren von der anziehenden Weltwirtschaft.

«Einzelnen Volkswirtschaften sind konjunkturell wieder in einer besseren Lage», sagte Matthias Pfammatter, Ökonom bei der Eidgenössischen Zollverwaltung gegenüber der Nachrichtenagentur sda. «Davon profitieren Industriezweige, die bisher eher Probleme hatten», sagte Pfammatter.

Insgesamt stiegen die Exporte im ersten Quartal des laufenden Jahres um 4,4 Prozent auf auf 51,3 Milliarden Franken, wie die Eidgenössische Zollverwaltung am Donnerstag bekanntgab. Dies entspricht dem höchsten Anstieg seit dem dritten Quartal 2012. «Das Wachstum bei den Exporten ist erfreulich», sagte Pfammatter. Dabei sorgte vor allem die Chemisch-Pharmazeutische Industrie für Schub. Sie generierte allein 70 Prozent der gesamten Ausfuhrzunahme. 

Optimismus für Konjunkturprognose

Auch das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) dürfte sich über das Exportwachstum freuen. Das Seco hat seine sehr optimistischen Konjunkturprognosen für das laufende und kommende Jahr im März primär mit einem Anziehen des Aussenhandels begründet.

Bis Ende 2013 sei die Wirtschaftsentwicklung in der Schweiz nach wie vor zweigeteilt zwischen einer dynamischen Binnenwirtschaft und gedämpften exportorientierten Sektoren verlaufen, schrieb das Seco. Die sich verbessernde Weltkonjunktur dürfte den Aussenhandel aber nach einigen verhaltenen Jahren wieder ankurbeln.

Die Maschinen- und Elektronikindustrie sei ein Beispiel eines Industriezweigs, der bisher unter der schwachen Weltwirtschaft gelitten habe und nun vom langsamen Aufschwung profitiere, sagte Pfammatter. Die Exporte dieses Industriezweigs stiegen zwischen Januar und März verglichen mit der Vorjahresperiode um 6 Prozent. «Das ist ordentlich», sagte Pfammatter.

Auch die Metall- oder die Kunststoffindustrie profitieren von der anziehenden Konjunktur. Die Metallindustrie verzeichnete ein Exportplus von 5 Prozent, bei der mengenmässig weniger bedeutenden Kunststoffindustrie betrug das Plus knapp 9 Prozent. Die Chemisch-Pharmazeutische Industrie exportierte zwischen Januar und März Waren im Wert von rund 22,1 Milliarden Franken, was einem Plus von über 7 Prozent entspricht.

Überschuss um 1,2 Milliarden Franken vergrössert

Während die Exporte im ersten Quartal um 4,4 Prozent zulegten, war das Wachstum der Importe mit 2,2 Prozent nur halb so hoch. Insgesamt wurden zwischen Januar und März Waren im Wert von 44,4 Milliarden Franken importiert. Durch das unterschiedliche Wachstumstempo von Exporten und Importen vergrösserte sich der Handelsbilanzüberschuss binnen Jahresfrist um 1,2 Milliarden Franken auf 6,9 Milliarden Franken.

Diejenige Warengruppe mit dem stärksten Importwachstum im ersten Quartal waren die Arzneiwaren. Deren Einfuhren stiegen um 17 Prozent auf 7,4 Milliarden Franken. Einen deutlichen Rückgang gab es dagegen bei Bijouterie, Schmuck und Juwelierwaren. Die Importe dieser Warengruppen sanken um 12 Prozent.

Uhrenexporte gehen leicht zurück

Die Schweizer Uhrenexporte sind im Monat März 2014 gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Für das erste Quartal 2014 resultiert aber ein guter Zuwachs, was für die exportierenden Unternehmen ein erfreulicher Start ins Jahr gewesen sei, kommentiert der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) in einer Mitteilung am Donnerstag.

Gegenüber dem Vorjahr sanken die Exporte im März um 0,3 Prozent auf 1,65 Milliarden Franken, real resultierte ein Plus von 0,1 Prozent, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) mitteilte.

(sda/awp/me/sim)

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