Die polnische Notenbank hält ausserordentliche Massnahmen wegen der unerwarteten Aufwertung des Frankens zum polnischen Zloty für notwendig. Die Banken Polens sollten ihr Liquiditätsmanagement ändern, forderte der polnische Notenbankchef Marek Belka am Montag.

«Was ich zuvor gesagt habe, wird nun von dem plötzlichen Anstieg des Franken unterstrichen. Wir brauchen Massnahmen, wenn nicht sogar aussergewöhnliche,» sagte Belka dem Radiosender Tok FM. Der neue Franken-Wechselkurs sei problematisch für die Kreditvergabe der Banken.

Viele polnische Hausbauer in Bedrängnis

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte in der vergangenen Woche den Mindestkurs des Euro zum Franken aufgegeben und damit weltweit Turbulenzen an den Devisenmärkten ausgelöst. Im Vergleich zur polnischen Währung stieg der Franken von 3,6 Zloty auf 4,3 Zloty.

Dies könnte viele polnische Hausbauer in Bedrängnis bringen, die wegen vergleichsweise günstiger Zinsen Darlehen in Franken aufgenommen haben und nun vor einem grösseren Schuldenberg stehen. Ende November betrug das Volumen derartiger Kredite acht Prozent der polnischen Wirtschaftsleistung. Nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's könnten die Turbulenzen mehrere polnische Banken in Mitleidenschaft ziehen.

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(awp/sda/reu)