Der Minister für Präsidialangelegenheiten, Pedro Silva Pereira, erklärte vor dem offiziellen Antrag, die Regierung werde "sehr bald" mit Delegationen der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank in Lissabon über die Voraussetzungen für das Rettungspaket verhandeln. Zuvor hiess es aus Regierungskreisen, das Kabinett wolle zunächst mit der Opposition über die möglichen Bedingungen für die Finanzhilfe beraten.

Portugal ist nach Griechenland und Irland das dritte Euro-Land, das internationale Finanzhilfe beantragt. Die Märkte hatten diesen Schritt seit längerem erwartet. Experten schätzen Portugals Finanzierungsbedarf auf bis zu 80 Milliarden Euro.

Die Verhandlungen dürften durch die Tatsache erschwert werden, dass sich Portugal in einer Regierungskrise befindet. Die sozialistische Minderheitsregierung von Ministerpräsident José Sócrates trat Ende März zurück, weil die Opposition ihr die Zustimmung zu weiteren Haushaltskürzungen verweigerte. (rcv/sda)