Portugal zapft erstmals seit drei Jahren wieder langfristig die Finanzmärkte an. Am Mittwoch wird das Land zehnjährige Staatsanleihen unter Investoren versteigern, wie die nationale Schuldenagentur in Lissabon mitteilte. Die erste öffentliche Auktion seit dem Hilferuf an die EU im April 2011 soll 750 Millionen Euro in die Staatskasse spülen.

Portugal musste mit internationalen Notkrediten über 78 Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt werden. Das Rettungsprogramm der Europartner und des Internationalen Währungsfonds läuft Mitte Mai aus. Mit Unterstützung eines Bankenkonsortiums hatte Portugal im Januar bereits fünfjährige Anleihen am Markt unterbringen können. Zuvor hatte sich das Land regelmässig am Geldmarkt Mittel für kürzere Zeiträume besorgt.

Enorme Nachfrage bei Griechenland-Anleihen

Vor knapp zwei Wochen hatte schon Griechenland seine Rückkehr an die Märkte gefeiert. Die Auktion fünfjähriger Staatsanleihen war ein grosser Erfolg. Nach Angaben des Finanzministeriums konnte Athen drei Milliarden Euro einsammeln, rund eine halbe Milliarde mehr als angepeilt. Die Nachfrage war enorm: Es gingen Gebote über 20 Milliarden Euro ein.

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Investoren setzen wieder auf die Euro-Krisenländer, weil deren Schuldverschreibungen in Zeiten rekordniedriger Leitzinsen relativ hohe Renditen abwerfen. Ausserdem verlassen sich laut Experten viele Anleger darauf, dass Europartner und Europäische Zentralbank (EZB) Zahlungsausfälle verhindern werden. Die EZB hatte im Sommer 2012 angekündigt, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen von Krisenländern aufzukaufen.

(awp/me/sim)