Trotz eines von der Regierung verordneten Sparprogramms hat das portugiesische Haushaltsdefizit im vergangenen Jahr bei 8,6 Prozent gelegen. Das Nationale Statistikinstitut in Lissabon erklärte, das Defizit habe damit deutlich über dem von der Regierung ausgegebenen Ziel von 7,3 Prozent gelegen.

Portugal steckt mitten in einer schweren Finanzkrise und muss für seine Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren 8,23 Prozent Zinsen zahlen. Das ist der höchste Stand seit dem Beitritt des Landes zum Euro-Raum. Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass Portugal internationale Hilfe in Anspruch nehmen muss.

Kurz vor Ramsch-Status

Auch Ratingagenturen hatten das Krisengeschüttelte Land aus diesem Grund in den letzten Wochen nach und nach herabgestuft. Mittlerweile befindet sich die Bewertung der portugiesischen Bonität mit BBB- kurz vor dem „Ramsch“-Status.

Analysten gehen davon aus, dass Portugal Rettungskredite bis zu einer Höhe von 80 Milliarden Euro benötigen könnte. Im April steht dem Land der nächste Härtetest bevor, wenn es Kredite über 4,5 Milliarden Euro refinanzieren muss.

Die geschäftsführende portugiesische Regierung erklärte derweil, dass sie bis zur Neuwahl kein Hilfsersuchen an den Euro-Rettungsfonds (EFSF) stellen möchte. Nach dem Rücktritt von Regierungschef Jose Socrates habe man keine Legitimität um ein Hilfspaket auszuhandeln, sagte Finanzminister Fernando Teixeira dos Santos. Die Regierung habe jedoch genügend finanzielle Mittel, um Staatshaushalt zu finanzieren.

(laf/awp)