Billigeres Heizen und Tanken hat die ohnehin niedrige Inflation in Deutschland im Februar nochmals gedrückt. Die Verbraucherpreise stiegen im Schnitt nur noch um 1,2 Prozent zum Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Einen geringeren Wert gab es zuletzt im August 2010. Im Januar waren die Preise noch um 1,3 Prozent gestiegen.

«Die vergleichsweise niedrige Inflationsrate war erneut vor allem auf die rückläufige Preisentwicklung bei Mineralölprodukten zurückzuführen», erklärten die Statistiker. Leichtes Heizöl kostete dabei 8,7 Prozent weniger als im Februar 2013, Kraftstoffe 6,3 Prozent weniger. Dabei dürfte der milde Winter eine Rolle gespielt haben, der die Nachfrage nach Energie drückt. Nahrungsmittel verteuerten sich dagegen mit 3,5 Prozent erneut überdurchschnittlich. Für Butter wurden beispielsweise 20,5 Prozent mehr verlangt, für Quark 18,4 Prozent und für Schnittkäse 12,5 Prozent.

Ziel ist eine Teuerungsrate knapp unter zwei Prozent

Die Europäische Zentralbank strebt eine Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent an. Nur bei solchen Werten spricht sie von stabilen Preisen. Dem Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) dürfte die Inflation in Deutschland im kommenden Jahr deutlich über dieser Marke liegen. Die Rate werde dann mit dem erwarteten Aufschwung auf 2,5 Prozent steigen. Das wäre der höchste Wert seit 2008. «Während der Preisauftrieb in diesem Jahr noch verhalten ist, dürfte sich die beginnende Hochkonjunktur im nächsten Jahr bereits in grösseren Teuerungsraten bemerkbar machen», so die IfW-Experten. 

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(awp/me/sim)