1. Home
  2. Konjunktur
  3. Preisüberwacher will Konkurrenz für SBB

Votum
Preisüberwacher will Konkurrenz für SBB

Lokführer: SBB soll Konkurrenz bekommen. Keystone

Preisüberwacher Stefan Meierhans fordert die Politik auf, aus der Initiative «Pro Service public» Lehren zu ziehen. Fernbusse und private Postanbieter sollten in jedem Fall das Geschäft beleben.

Veröffentlicht am 05.06.2016

Ganz gleich wie das Resultat der heutigen Abstimmung über die Initative «Pro Service public» herauskommt, für Preisüberwacher Stefan Meierhans ist klar, dass die Politik die Lehren ziehen muss. «Im Vorfeld der Abstimmung ist klar geworden, dass diese Debatte als starke Unmutsäusserung des Volkes zu betrachten ist», sagt Meierhans im Interview mit der «NZZ am Sonntag». Und darauf «sollte die Politik reagieren.»

Der Preisüberwacher schlägt vor, dass der Bund bei Post und Swisscom künftig weniger Gewinn abziehen soll. Damit kommt er den Initianten entgegen, die  derartige Gewinnablieferungen ganz unterbinden wollen. Weiter fordert Meierhans, dass die Service-public-Betriebe effizienter werden, entweder von sich aus oder durch mehr Wettbewerb. So spricht er sich für Fernbusse aus, wie sie schon im Ausland und im grenzüberschreitenden Verkehr mit günstigen Tarifen die Bahn konkurrenzieren.

Weit vom Kunden entfernt

Ferner will er den Konkurrenten der Post den Zugriff auf Infrastrukturen wie etwa die Sortieranlagen ermöglichen. Bei den Tarifen mahnt er zur Vorsicht: Den Antrag der Bahnen, die Preise auf 2017 um 3 Prozent zu erhöhen, lehnt Meierhans ab. Und als der langjährige Post-Präsident Peter Hasler kurz vor seinem Abgang sagte, eine Tariferhöhung tue niemandem weh, reagierte er fassungslos: «So weit vom Kunden entfernt kann man doch gar nicht sein.»

(me)

Anzeige