Von den langfristig angestrebten Privatisierungserlösen in Höhe von 50 Milliarden Euro soll Griechenland in den nächsten drei Jahren 6,5 Milliarden Euro erwirtschaften. Dieses Ziel sei «ehrgeizig, aber nicht unerreichbar», hiess es am Mittwoch in EU-Kreisen. Für die Zeit danach seien weitere Erlöse zu erwarten. Neben dem Verkauf von Staatseigentum soll es auch um andere Einnahmequellen gehen wie etwa die Vergabe von Konzessionen.

In den nächsten Jahrzehnten soll Griechenland laut Beschluss des Gipfels der Euro-Staaten von Mitte Juli Einnahmen von 50 Milliarden Euro erzielen. Wichtige Investoren seien an Staatseigentum interessiert, hiess es bei der EU. Die politische Ungewissheit in Griechenland sei bisher aber ein Hindernis gewesen.

Panikverkäufe vermeiden

Eine spezielle Arbeitsgruppe soll nun untersuchen, welche Vermögenswerte wie veräussert werden könnten und wie politische Einflussnahme verhindert werden kann. Zum Ende des Jahres wird ein Bericht erwartet. Die griechischen Behörden seien «sehr, sehr darauf bedacht», dass es nicht zu Panikverkäufen komme und dass durch die Privatisierungen möglichst viel Geld zusammenkomme, hiess es.

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Kurzfristig könnte Griechenland nach Angaben aus EU-Kreisen vor allem die Betriebserlaubnis für regionale Flughäfen zu Geld machen. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat bereits im vergangenen November für rund 1,2 Milliarden Euro den Zuschlag für den Betrieb mehrerer Airports in Griechenland bis zum Jahr 2055 erhalten. Die neue griechische Regierung legte den Deal jedoch auf Eis. «Die Behörden sind in Gesprächen mit dem Unternehmen», hiess es nun. Sollte das Geschäft vollzogen werden, dürften Erlöse wahrscheinlich im ersten Quartal 2016 fliessen.

(reuters/ise)