Die Raiffeisen-Gruppe wurde von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) als systemrelevant eingestuft. Am 16. Juni 2014 sei nach Anhörung von Raiffeisen und der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) darüber verfügt worden, teilte die SNB mit. Gemäss SNB biete Raiffeisen Dienstleistungen an, die für die Schweizer Volkswirtschaft unverzichtbar und kurzfristig nicht substituierbar sind, hiess es von Raiffeisen dazu.

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Bei ihrem Entscheid sei Raiffeisens starke Marktstellung im inländischen Einlagen- und Kreditgeschäft ausschlaggebend gewesen. Es bestehe gemäss SNB ein volkswirtschaftliches Interesse an der Weiterführung der Dienstleistungen von Raiffeisen in den systemrelevanten Segmenten des inländischen Einlagen- und Kreditgeschäfts, so Raiffeisen in einer separaten Mitteilung.

Geltende Finma-Ziele erfüllt

Mit 305 selbständigen Raiffeisenbanken und einer Bilanzsumme von 183 Milliarden Franken per 30. Juni 2014 zählt die Gruppe den Angaben nach zu den bedeutendsten Anbietern von Bankdienstleistungen in der Schweiz. Die Systemrelevanz beinhaltet besondere Anforderungen, deren Umsetzung in einem nächsten Schritt gemeinsam mit der Finma angegangen würden.

Dank der bestehenden Eigenmittel-Überdeckung erfülle die Gruppe die geltenden Finma-Ziele auch nach der Verschärfung der regulatorischen Eigenmittelanforderungen, so Raiffeisen weiter.

Im Januar erhöhte der Bundesrat per 30. Juni 2014 den antizyklischen Kapitalpuffer bei Krediten auf Wohnliegenschaften im Inland von 1 Prozent auf 2 Prozent. Die Gesamtkapitalquote (Total Capital Ratio) der Raiffeisen-Gruppe betrug bereits Ende Juni 15,0 Prozent. Die Finma-Zielvorgaben liegen bei 14,8 Prozent mit antizyklischen Puffer und 13,6 Prozent ohne antizyklischen Puffer.

Unter dem Strich weniger verdient

Gleichzeitig hat die Bankengruppe die Zahlen für das erste Halbjahr publiziert: Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 363 Millionen Franken. Das sind 1,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie Raiffeisen am Mittwoch mitteilte.

Einen leichten Rückgang von 0,2 Prozent verzeichnete das Unternehmen beim Bruttogewinn, der sich auf 533 Millionen Franken belief. Steigern konnte die Gruppe derweil den Betriebsertrag. Dieser fiel mit 1,4 Milliarden Franken um 1,3 Prozent höher aus. Er konnte «dank sehr guten Ergebnissen im Zinsen- und Kommissionsgeschäft um 18 Millionen» gesteigert werden, wie es in der Mitteilung heisst.

Positive Entwicklung des Kerngeschäfts erwartet

Um 2,3 Prozent erhöhte sich der Geschäftsaufwand auf 867 Millionen Franken. «Bei den verwalteten Vermögen verzeichnen wir eine erfreuliche Steigerung von 2,8 Prozent, also 5,2 Milliarden Franken», wurde Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz zitiert. Die Gruppe verwaltet Kundenvermögen im Umfang von 192,3 Milliarden Franken. Auch das Hypothekengeschäft wuchs um 2,4 Prozent auf 147,2 Milliarden Franken.

Die Raiffeisen Gruppe erwarte für die zweite Jahreshälfte eine Fortsetzung der positiven Entwicklung im Kerngeschäft: «Das Jahresergebnis aus dem operativen Geschäft dürfte den Vorjahreswert übertreffen.»

(awp/sda/dbe/vst)