Auf gerade einmal 32,4 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) dürfte die öffentliche Verschuldung der Schweiz in diesem Jahr sinken. Vor zehn Jahren lag dieser nach EU-Standard berechnete Wert noch bei über 50 Prozent. Während viele benachbarte Staaten immer neue Schulden anhäufen, sinken die staatlichen Verbindlichkeiten der Schweiz sogar. Kein Wunder also, dass die amerikanische Ratingagentur Fitch der Schweiz nun die beste Bonitätsnote AAA bestätigte. Auch der Ausblick bleibt stabil.

Damit nicht genug, die Schweiz erhielt sogar ein Extralob: Die öffentlichen Finanzen der Schweiz sind auch im Vergleich mit anderen AAA-Ländern stark, heisst es in der Stellungnahme von Fitch. Die Schuldenbremsen auf Bundes- und Kantonsebene unterstrichen die starke Glaubwürdigkeit der Regierung. Zum Vergleich: In Deutschland, das ebenfalls ein AAA-Rating besitzt, liegen die Schulden bei knapp 80 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Banken sind stark genug für Steuerstreit mit USA

Daneben hob Fitch die Stärke der Schweizer Wirtschaft hervor. Während die Wachstumsaussichten in den umliegenden Ländern relativ schwach seien, dürfte das Schweizer BIP in diesem Jahr um stabile 1,8 Prozent zulegen. Sowohl Notenbank als auch Regierung hätten im Umgang mit dem starken Franken Flexibilität bewiesen.

Eine Schwachstelle für die öffentlichen Finanzen stellt nach Ansicht von Fitch der grosse Schweizer Finanzsektor dar, mit vier systemisch relevanten Banken. Zudem blieben noch diverse Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Steuersteit mit den USA und dem erodierenden Bankgeheimnis. Dennoch geht Fitch davon aus, dass die Schweizer Banken stark genug für diese Herausforderungen sind.

(moh)

 

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