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Folgenreich
Ratingagentur: Brexit setzt britischer Wirtschaft zu

Brexit: Ein Rückgang bei den Reallöhnen könnte dem Konsum schaden. Pixabay

Die britische Wirtschaft steht vor schwierigen Zeiten: Nächstes Jahr erwartet die US-Ratingagentur Standard & Poor's gerade noch 0,9 Prozent Wachstum. Und: Es könnte noch schlimmer kommen.

Veröffentlicht am 11.07.2017

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) rechnet wegen der Unsicherheit rund um den Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union mit einem deutlichen Dämpfer für die britische Wirtschaft.

Dieses Jahr sei nur noch mit einem Wachstum von 1,4 Prozent und 2018 gar mit 0,9 Prozent zu rechnen, teilte die Agentur am Dienstag mit. Im vergangenen Jahr war die britische Wirtschaft noch um 1,8 Prozent gewachsen.

Verzögerung gefährlich

Die Schätzung sei eher noch optimistisch, heisst es in der Mitteilung. «Wir erwarten, dass ein Rückgang der Reallöhne dieses Jahr, gefolgt von bestenfalls einem moderaten Anstieg nächstes Jahr, das Wachstum der Konsumausgaben dämpfen wird.»

Demnach verringern die steigenden Preise infolge des geschwächten Pfund die Kaufkraft der Briten. Zudem dämpfe die Unsicherheit über den Ausgang der Brexit-Verhandlungen Investitionen. Sollte sich eine Einigung verzögern, könne sich die Situation noch verschlimmern.

Exportvorteil ungenügend

Seit dem Brexit-Votum ist das britische Pfund deutlich angeschlagen. Das macht importierte Güter für die Briten teurer. Umgekehrt werden zwar exportierte Waren aus Sicht des Auslands billiger, was die britischen Exporte grundsätzlich stützen kann. Die Analysten von S&P rechnen aber nicht damit, dass mögliche Vorteile für den Exportsektor die schwache Binnennachfrage ausgleichen können.

Mittelfristig sei in Grossbritannien mit einer unverändert lockeren Geldpolitik zu rechnen, so die Analysten. Vor Mitte 2019 stehe keine Leitzinserhöhung an, mit der die Notenbanker gegen die steigende Inflation ankämpfen könnten.

Fünf Fakten zu Grossbritannien:

(sda/jfr/mbü)

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