Das Klima für die Schweizer Wirtschaft wird rauer. Das KOF Konjunkturbarometer ist weiter unter den langjährigen Durchschnitt gesunken. Der Wert liegt bei 97,0 Punkten und damit 1,8 Zähler tiefer als im Vormonat, wie die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH mitteilte.

Grund für den Rückgang sind die weniger guten Aussichten im Gastgewerbe und der Industrie, wo vor allem der Maschinenbau und der Textilbereich mit schlechteren Geschäften rechnen. Etwas abgefedert wurde der Rückgang vom Bau- und Konsumgeschäft. Der Bankensektor blieb stabil.

Das KOF-Konjunkturbarometer ist ein Frühindikator für die Entwicklung der Schweizer Wirtschaft. Er setzt sich zusammen aus 217 Variablen. Die Umfragen wurden für Januar grösstenteils ausgefüllt, als der Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken noch nicht aufgehoben war. Da der Entscheid für viele Unternehmen wohl überraschend gekommen sei, spiegle das Barometer die neue Situation nur sehr eingeschränkt wider, schreibt die KOF.

Bak Basel erwartet Rezession

Die Frankenaufwertung miteingerechnet hat das Bak Basel. Deren Forscher rechnen mit recht starken, aber immerhin relativ kurzfristigen negativen Auswirkungen auf die Realwirtschaft. Als Reaktion auf die Aufhebung der Euro-Untergrenze durch die SNB geht das Institut neu von einem Rückgang des Schweizer BIP von 0,2 Prozent im laufenden Jahr. Zuletzt war das Institut noch von einem Wachstum von 1,9 Prozent im Jahr 2015 ausgegangen.

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Das BAK rechne mit einem moderaten Rückgang, da ein intaktes weltwirtschaftliches Umfeld und zusätzliche Stimuli wie der tiefe Ölpreis die hiesige Wirtschaft stützen dürften, ist einer Mitteilung vom Freitag zu entnehmen. Für 2016 rechnet das BAK dann mit einem BIP-Wachstum von 0,9 Prozent.

Mehr Arbeitslose

Gleichzeitig rechnet das BAK mit einer steigenden Arbeitslosigkeit. Diese werde bis Ende 2015 auf 3,5 Prozent ansteigen und dürfte dann 2016 gar auf 3,6 Prozent steigen, heisst es weiter. Zudem werde es 2015 und 2016 zu sinkenden Preisen kommen. Die zentrale Annahme der neuen Prognose sei, dass der Franken 2015 nahe an der Parität zum Euro verharrt und sich in den Jahresdurchschnitten 2016 und 2017 auf 1,05 bzw. 1,13 Franken je Euro abwertet.

Mittelfristig werde sich die Schweizer Wirtschaft nach dem Anpassungsschock jedoch wieder deutlich erholen: Im Jahr 2017 sei von einem dynamischen Schweizer BIP-Wachstum in Höhe von 3,1 Prozent auszugehen, wenn sich der Schweizer Franken wie erwartet stabilisiere.

(awp/ise/chb)