Der Reichtum der Millionäre und Milliardäre schlägt alle Bestmarken - auch in der Schweiz: Weltweit sind ihre Vermögen innert Jahresfrist um 8,2 Prozent auf 63'500 Milliarden Dollar gewachsen. Das ist der höchste Stand aller Zeiten.

Damit ist der Geldberg seit dem letzten Rückschlag im Jahr 2011 um etwa die Hälfte grösser geworden, wie aus dem Weltvermögensreport der Beratungsfirma Capgemini hervorgeht, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. 2011 besassen Millionäre und Milliardäre weltweit erst 42'000 Milliarden Dollar.

Überdurchschnittliches Wachstum

Das Wachstum sei im vergangenen Jahr überdurchschnittlich gewesen, sagte Capgemini-Spezialist Tobias Wolf in einer Telefonkonferenz. Nach dem Rückschlag im Vorjahr hätten auch Afrika und Lateinamerika wieder kräftig zugelegt.

Weltweit stieg die Zahl der Dollar-Millionäre um 7,5 Prozent auf 16,5 Millionen. Das ist deutlich mehr als im Vorjahr (+4,9 Prozent). Um diesem erlauchten Kreise anzugehören, muss man mehr als 1 Million Dollar Vermögen sein eigen nennen, wobei der selbst bewohnte Immobilienbesitz, Gemälde oder Luxusautos nicht mitgerechnet werden.

Mehr Millionäre auch in Schweiz

Auch in der Schweiz hat der exklusive Club der Reichen im letzten Jahr 5500 neue Mitglieder erhalten. Damit stieg insgesamt die Zahl der Millionäre hierzulande um geringe 1,5 Prozent auf 363'900 gestiegen. Das ist der schwächste Zuwachs seit dem Rückschlag von 2011, als die Millionärsgemeinde hierzulande schrumpfte.

Dennoch hat die Schweiz den 7. Platz weltweit verteidigt. Allerdings hat sie an Vorsprung auf Kanada wieder eingebüsst, das die Schweiz im Vorjahr distanziert hatte. Bremsklötze seien die Immobilienpreise gewesen, die um knapp 1 Prozent gesunken seien, sagte Wolf. Zudem habe die Schweizer Börse im 2016 um fast 7 Prozent nachgegeben, während ausländische Aktienmärkte florierten.

Frankreich überholt Grossbritannien

An der Spitze blieb alles beim alten: Die USA haben mit weitem Abstand die meisten Millionäre (4,8 Millionen). Das sind knapp 8 Prozent mehr als im Vorjahr. Dahinter folgt Japan (2,9 Millionen) vor Deutschland (1,3 Millionen) und China (1,1 Millionen).

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Überraschend habe Frankreich (579'000) erstmals Grossbritannien (568'000) vom 5. Platz verdrängt. Die Franzosen hätten von der Hausse an den Börsen und den Immobilienpreisen profitiert, sagte Wolf.

Mehr Superreiche

Noch besser als den Millionären ging es den Superreichen, die mindestens 30 Millionen Dollar Vermögen haben. Ihre Zahl nahm weltweit um 8,3 Prozent auf 157'200 zu, wobei ihre Vermögen noch stärker wuchsen.

Die Superreichen machen lediglich 1 Prozent aller Millionäre aus, haben aber 34,5 Prozent der Vermögen der Millionäre in ihrem Besitz. Ganz krass ist das Verhältnis in Lateinamerika: In Brasilien besitzen die Superreichen 87 Prozent der Vermögen.

Generell sind die Aussichten für diese exklusiven Kreise goldig: Bis 2025 erwartet Capgemini, dass die Vermögen die Millionäre die Grenze von 100'000 Milliarden Dollar knacken werden.

Das waren 2016 die zehn Reichsten der Schweiz:

(sda/cfr/mbü)