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Wandel
Rolf Dörig: Robotisierung als Chance für die Schweiz

Rolf Dörig: Als Doppelpräsident einer der Mächtigsten im Land. Keystone

Die Wirtschaft ist im Umbruch, Robotisierung und Digitalisierung krempeln das Geschäft um. Für den Präsidenten von Swiss Life und Adecco ist das eine grosse Chance.

Veröffentlicht am 23.01.2016

Die Schweiz ist aus Sicht von Rolf Dörig eines der wenigen Länder, die punkto Automatisierung, Robotisierung und Digitalisierung gut aufgestellt sind. Damit sei die Digitalisierung für die Schweiz eine grosse Chance, sagte der Verwaltungsratspräsident von SwissLife und Adecco in der «Samstagsrundschau» von SRF.

Mit dieser Ansicht stellt sich der Manager gegen die gängige Meinung zur Digitalisierung, wie sie etwa am diesjährigen World Economic Forum (WEF) in Davos geäussert wurde. Die Mittelschicht würde wegen der vierten Industriellen Revolution unter Druck geraten, lautet die Sorge, und die Berufe von mittelständischen Angestellten könnten künftig von Computern und Robotern bedroht werden.

Weiterbildung als Schlüssel

«Da wird ein Gespenst an die Wand gemalt», sagte Rolf Dörig. Es sei zwar gut möglich, dass es in ein paar Jahren einige der bisher ausgeübten Berufe nicht mehr geben werde. «Aber jeder, der bereit ist, sich umzuschulen oder weiterzubilden, wird immer einen Job finden», ist Dörig überzeugt. Die Aus- und Weiterbildungen zu unterstützen läge in der Verantwortung der Unternehmen.

Die Technologie werde die Schweiz produktiver machen, ihr Wachstum bringen und neue Arbeitsplätze schaffen, glaubt Dörig. Wichtig sei, dass in erfolgversprechende Berufsgattungen investiert werde.

Staatshilfe gefordert

Im Mittelpunkt stehen die MINT-Fächer: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technologie. Hier könne sich der Staat beteiligen, indem er mit Kapital die Bildung und Innovation fördere. Zudem müsse er sich mit Regulierungen zurücknehmen und flexible Rahmenbedingungen gewähren.

Die Schweiz sei schon immer wegen der erbrachten Leistungen und der Anpassungsfähigkeit der Menschen erfolgreich gewesen – und nicht wegen Ressourcen. Die hohe Lebensqualität werde nach wie vor möglich sein, wenn dies weiterhin so bleibe, ist Dörig überzeugt.

(sda/ise)

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