Italien wird nach Informationen von Insidern seine Prognosen für die Wirtschaftsleistung in diesem und im kommenden Jahr senken. Das Finanzministerium gehe nun davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2014 um 0,2 bis 0,3 Prozent schrumpfen werde, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Donnerstag.

Im April war das Ministerium noch von einem Zuwachs um 0,8 Prozent ausgegangen. Für 2015 werde die Vorhersage auf ein Wachstum von lediglich 0,5 Prozent von zuvor 1,3 Prozent zurückgenommen. Grund seien die schwachen Konjunkturdaten im ersten Halbjahr.

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Italien ist wieder in der Rezession

In den ersten sechs Monaten rutschte die drittgrösste Volkswirtschaft der Euro-Zone wieder in die Rezession. Es ist die dritte in sechs Jahren. Die OECD kappte jüngst ihre Konjunkturprognose für Italien und erwartet nun für 2014 nicht mehr ein Wachstum der Wirtschaft von 0,5 Prozent, sondern ein Schrumpfen von 0,4 Prozent. Regierungschef Matteo Renzi versucht mit Reformen, die Wirtschaft anzukurbeln.

Zudem werde das italienische Finanzministerium das Defizitziel für dieses Jahr auf 2,8 Prozent von 2,6 Prozent der Wirtschaftsleistung anheben, verlautete weiter aus den Kreisen. Damit würde es unter der in den EU-Verträgen erlaubten Drei-Prozent-Marke liegen. Für 2015 kalkuliert das Ministerium mit einem Defizit von ebenfalls 2,8 Prozent verglichen mit der bisherigen Prognose von 1,8 Prozent.

(reuters/moh)