Die russische Zentralbank stemmt sich mit einer überraschend starken Zinserhöhung gegen die Verluste des Rubels. Die Notenbanker erhöhten am Freitag den Leitzins um 150 Basispunkte auf 9,5 Prozent.  Experten waren nur von einer Erhöhung um 50 Basispunkte ausgegangen.

Die Notenbank begründete den Schritt mit dem anhaltend starken Preisauftrieb. Voraussichtlich werde die Inflationsrate auch Anfang 2015 nicht unter die Acht-Prozent-Marke sinken. Zugleich erwartet die Zentralbank für Ende dieses und Anfang kommenden Jahres praktisch kaum noch Wirtschaftswachstum.

Zum vierten Mal an der Zinsschraube gedreht

Russlands oberste Währungshüter hatten bereits Ende Juli den Leitzins um 50 Basispunkte heraufgesetzt und weitere Steigerungen nicht ausgeschlossen, sollten negative geopolitische Faktoren belasten. Experten wiesen auf ein hohes Risiko für die russische Wirtschaft hin, wenngleich die härtere Geldpolitik die Inflation drücken dürfte. Höhere Zinsen verteuern Kredite, was die Konjunktur belasten kann.

Wegen der russischen Rolle im Ukraine-Konflikt hat der Westen gegen das Land Sanktionen verhängt, die in den vergangenen Monaten den Aktienmarkt des Schwellenlandes belasteten und zu einem Kursverfall des Rubel führten. Die Kapitalflucht aus dem Land belastet die stark von Rohstoffexporten abhängige Wirtschaft Russlands zusehends, die auch wegen des gesunkenen Ölpreises stärker unter Druck geraten ist.

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(awp/reuters/ise/ama)