Russland und Georgien wollen heute in der Schweiz die letzten Detailfragen über einen russischen Beitritt in die Welthandelsorganisation (WTO) klären. Das sagte der stellvertretende georgische Aussenminister Sergi Kapanadse der Nachrichtenagentur AFP.

Er rechne damit, dass die Unterzeichnung der Einigung innerhalb einiger Tage erfolgen werde. Der russische Chefunterhändler Maxim Medwedkow hatte bereits am Mittwochabend den Durchbruch bestätigt. Die Einzelheiten seien noch nicht klar, eine Einigung sei aber zustande gekommen, sagte nun auch Kapanadse.

Russland verhandelt seit 1993 über einen Beitritt zur WTO, die Gespräche gerieten aber nach dem fünftägigem Krieg zwischen Russland und der früheren Sowjetrepublik Georgien im August 2008 ins Stocken.

Georgien, das seit dem Jahr 2000 WTO-Mitglied ist, hatte die Blockade eines russischen Beitritts angekündigt, solange der Status der zwischen beiden Ländern umstrittenen Regionen Abchasien und Südossetien nicht geklärt sei.

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Russland hatte diese nach der kriegerischen Auseinandersetzung als unabhängige Staaten anerkannt. Georgien sieht sie jedoch weiterhin als Teile seines Staatsgebiets an und wollte vor allem die Grenzkontrollen unter seine oder internationale Aufsicht stellen.

Medwedkow bezeichnete es als erfreulich, dass Georgien dem Kompromiss zugestimmt habe und die Einigung endlich erzielt worden sei. Vorgesehen ist demnach, dass ein unabhängiges Privatunternehmen die ein- und ausgeführten Waren in der Region kontrolliert und zwischen georgischen und russischen Zollbeamten vermittelt.

Für eine Einigung hatte sich in den vergangenen Tagen auch die Schweizer Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey stark gemacht. Am Sonntag reiste sie nach Moskau zum russischen Präsidenten Dmitri Medwedew. Am Montag weilte sie in der gleichen Mission in der georgischen Schwarzmeerstadt Batumi.

(laf/sda)