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Ölpreis
Saudis schliessen das Jahr mit Rekordminus ab

Der saudische Staatshaushalt wird 2015 mit einem Rekordminus von knapp 100 Milliarden Dollar abschliessen. Grund ist der Verfall des Ölpreises. Nun soll bei den Subventionen gespart werden.

Veröffentlicht am 28.12.2015

Wegen des Preisverfalls beim Öl ist Saudi-Arabien dieses Jahr tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Staatshaushalt werde das Jahr mit einem Rekordminus von 98 Milliarden Dollar (96,7 Milliarden Franken) abschliessen, erklärte das Finanzministerium in Riad am Montag. Die Einnahmen beliefen sich auf schätzungsweise 608 Milliarden Riyal (160 Milliarden Franken), etwa 15 Prozent weniger als erwartet und 42 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Ausgaben summierten sich hingegen auf voraussichtlich 975 Milliarden Riyal, erklärten Vertreter des Ministeriums auf einer Pressekonferenz in Riad.

Es ist das zweite Jahr in Folge, dass der weltgrösste Ölexporteur ein Minus im Staatshaushalt verbuchen muss. Für 2016 rechnet das Finanzministerium ebenfalls mit einem deutlichen Defizit von 87 Milliarden Dollar. Die Einnahmen belaufen sich demnach auf schätzungsweise 513,8 Milliarden Riyal. Das wäre der niedrigste Wert seit 2009 - damals war der Ölpreis wegen der weltweiten Finanzkrise eingebrochen. Die Ausgaben sollen bei 840 Milliarden Riyal liegen.

Subventionen auf dem Prüfstand

Wegen der finanziellen Lage sollen laut dem Ministerium nun die hohen staatlichen Subventionen für Wasser, Strom und Kraftstoff auf den Prüfstand kommen. Möglicherweise würden zudem öffentliche Dienstleistungen teurer. Auch könnten eine Mehrwertsteuer und andere neue Steuern eingeführt werden. Der Ölpreis befindet sich seit langem im Sinkflug. Seit Mitte 2014 ist er um mehr als 60 Prozent gesunken und liegt nun unter 40 Dollar pro Barrel (159 Liter). Der Ölverkauf sorgt normalerweise für mehr als 90 Prozent der saudiarabischen Staatseinnahmen.

(sda/gku)

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