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Schneegestöber: Mehr als 50 Flüge in Zürich gestrichen

Flughafen Zürich (hier am 2. Februar): Auch heute sorgt der Schnee für Schwierigkeiten. (Bild: Keystone)

Der Schnee bringt den Flughafen Zürich ins Stocken. Mehr als 50 Flüge wurden bereits annuliert - und auf den Strassen sorgten die prekären Verhältnisse für zahlreiche Unfälle, Staus und Verzögerungen.

Veröffentlicht am 15.02.2012

Der Schnee sorgt auf dem Flughafen Zürich für Ausfälle: Bereits mehr als 52 Flüge wurden gestrichen, sagte Flughafensprecherin Sonja Zöchling «tagesanzeiger.ch». So zeigt die Übersicht der aktuellen Abflüge auf der Website des Flughafens etwa die Verbindungen um 12.40 Uhr nach Stockholm, Istanbul und Berlin als annuliert an.

Die Passagiere müssen ausserdem mit Verspätungen rechnen. «Die Verzögerungen bei Starts und Landungen beträgt aktuell 15 bis 20 Minuten», sagte Zöchling am Morgen gegenüber «SF Online». «Sollten die Schneefälle andauern, könnten die Verspätungen, aber auch Annullationen zunehmen.»

88 Ausfälle in München

Noch schlimmer sieht es in München aus: Wegen Kälte und Schnee wurden am dortigen Flughafen bereits am Morgen 88 Starts und Landungen gestrichen. Von den Annullierungen seien zwischen 8'000 und 9'000 Passagiere betroffen, sagte ein Sprecher des Flughafens. Gründe für die Ausfälle seien unter anderem die verschneiten Pisten, die ständig geräumt werden müssten. Ausserdem müssten die Flugzeuge enteist werden. Die Flugsicherung habe die Häufigkeit der Starts und Landungen wegen der Wetterlage deutlich verringert.

Ohne grosse Probleme läuft dagegen laut SBB der Schweizer Zugverkehr: Ein Sprecher sagte «Handelszeitung Online», am Morgen habe es zwar vereinzelte Weichenstörungen gegeben und zurzeit komme es an Knotenpunkten zu Verspätungen von rund fünf Minuten. «Grössere Auswirkungen haben wir aber nicht.»

A1 mehr als drei Stunden gesperrt

Anders die Situation auf den Strassen. Dort sorgte der Schnee für zahlreiche Unfälle, Staus und Verzögerungen. Nur die Region Genf und das Tessin blieben vom Schnee verschont, wie es bei Meteo Schweiz hiess. Die stärksten Auswirkungen zeigte der dichte Schneefall am Morgen in den Deutschschweizer Kantonen. Die Schneeräumungsequipen standen im Dauereinsatz.

Die Autobahn 1 war in der Nacht zwischen Aarau-Ost und Lenzburg während mehr als drei Stunden vollständig gesperrt. Die Polizei musste einen Sattelschlepper bergen, der auf die Gegenfahrbahn geraten, eine temporäre Fahrbahntrennung verschoben hatte und dabei mit einem entgegenkommenden Auto kollidiert war.

Der leicht verletzte Autofahrer wurde zur Kontrolle ins Spital gebracht. Dieser konnte das Krankenhaus aber laut Aargauer Kantonspolizei noch am Vormittag wieder verlassen. Am Steuer des Sattelschleppers sass ein 56-jähriger Mann mit Wohnsitz in Frankreich. Die Polizei aberkannte dem Lenker den ausländischen Fahrzeugausweis vorläufig und beschlagnahmte das Fahrzeug.

Stau im Baselbiet

Um 6.10 Uhr wurde die A1 zwar wieder freigegeben, doch die heftigen Schneefälle führten zu Behinderungen im Morgenverkehr. Auf der A1 zwischen Oensingen und Autobahndreieck Verzweigung Härkingen kam es zu einem Stau, weil ein Lastwagen quer auf der Fahrbahn stand. Ein zeitweise bis zu 15 km langer Stau bildete sich auch auf der Autobahn A2 zwischen Sissach BL und dem Belchentunnel zwischen den Kantonen Basel-Land und Solothurn.

Zahlreiche Blechschäden meldete die Polizei im Kanton Zürich. Seit den Morgenstunden sei es zu mindestens zwei Dutzend Unfällen gekommen, hiess es. Die häufigsten Unfallursachen waren zu hohe Geschwindigkeit und das zu nahe Auffahren an das vordere Fahrzeug. Autos rutschten ausserdem von der Strasse und prallten in Abschrankungen, Kandelaber und Inselschutzpfosten.

Buslinien in Zürich betroffen

Ins Rutschen kamen auch viele Busse der Verkehrsbetriebe Zürich. Vier Linien mussten in den Morgenstunden auf einzelnen Streckenabschnitten umgeleitet oder eingestellt werden.

In Läufelfingen BL wurde eine Fussgängerin von einem Auto erfasst, das auf der schneebedeckten Fahrbahn ins Rutschen geraten war. Die 59 Jahre alte Frau wurde verletzt und ins Spital eingewiesen. Bei weiteren Verkehrsunfällen in Niederdorf, Nenzlingen und Gelterkinden blieb es bei Sachschaden. Auf den mit Schnee bedeckten Strassen des Kantons Bern haben sich nach Auskunft der Polizei zwischen 6.30 und 10 Uhr insgesamt 33 Unfälle ereignet. Mehrheitlich blieb es bei Sachschäden.

30 Zentimeter Neuschnee

Erst am Dienstag waren die Temperaturen erstmals seit zwei Wochen wieder über die Nullgradgrenze gestiegen. Dafür ist nun viel Schnee angesagt. Das Institut für Schnee- und Lawinenforschungsinstitut in Davos erwartet am Mittwoch im Osten bis zu 30 Zentimeter Neuschnee. In den übrigen Gebieten schneit es etwas weniger.

(tno/muv/sda)

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