Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat einen von der SBB geplanten Versuch mit Intercity-Halten in Bern-Wankdorf und Zürich-Altstetten abgelehnt. Ein isolierter Testversuch bringe derzeit nicht die gewünschten Resultate.

Grundsätzlich zeigt sich das BAV offen, die Einführung von Fernverkehrshalten ausserhalb der grossen Bahnknoten im Hinblick auf die künftige Entwicklung des Bahnsystems zu prüfen. Dazu seien aber vorgängig die nötigen Grundlagen zu erarbeiten, wie das BAV am Donnerstag mitteilte. Erst danach könne das Konzept mit einzelnen Pilotversuchen getestet werden.

Bundesamt hätte sich ein Konzept gewünscht

Das Bundesamt für Verkehr begründete seine Ablehnung unter anderem auch damit, dass von Seiten der SBB ein Konzept fehle, wie das bestehende Knoten- und Taktprinzip mit Halten an den Agglomerationsgrenzen ergänzt und allenfalls entlastet werden könne.

Zusätzliche Halte machten die Verbindung Bern-Zürich für Direktreisende weniger attraktiv. Dazu komme, dass sich die betroffenen Kantone sowie das für die S-Bahn im Raum Bern zuständige Bahnunternehmen BLS gegen die beantragten Halte ausgesprochen hätten.

Bahnknoten entlasten war der Plan

Die SBB wollten ab dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember versuchsweise täglich einen Intercity aus Zürich in Bern-Wankdorf und Zürich-Altstetten halten lassen.

Die Idee hinter dem Versuch der SBB war, die Bahnknoten Bern und Zürich zu entlasten. In den grossen Zentren sind in den letzten Jahren viele Arbeitsplätze in neue Büros in der Agglomeration verschoben worden. Im Bern-Wankdorf beispielsweise haben verschiedene grosse Konzerne neue Sitze errichtet, darunter auch die SBB.

«Verpasste Chance»

Die SBB bedauert den Entscheid des Bundesamtes für Verkehr und spricht von einer «verpassten Chance».

(awp/mbü)