«Jobs, die keine oder nur eine geringe Ausbildung erfordern, sollen zuallererst von den Arbeitslosen ausgefüllt werden, die schon in unserem Land sind», sagte der sozialdemokratische Ministerpräsident Stefan Löfven am Freitag in Stockholm.

Im vergangenen Jahr vergab Schweden mehr als 12'000 Arbeitsgenehmigungen an Menschen aus Ländern ausserhalb der EU. Darunter waren laut Einwanderungsbehörde rund 4000 Ungelernte, die als Reinigungskräfte, Kellner und Mechaniker arbeiteten.

Kein Interesse an Zuwanderung von Kellnern

Eine Arbeitsmigration, «die aus Tellerwäschern und Restaurantmitarbeitern besteht», sei «unvernünftig, wenn wir geeignete Leute haben, die als Flüchtlinge hierhergekommen sind», fügte der Regierungschef hinzu, der wenige Wochen vor dem Parteitag im April sein Programm präsentierte.

Seinen Angaben zufolge gibt es in Schweden 100'000 freie Stellen und rund 300'000 Arbeitslose. Arbeitsmigration solle daher auf Berufe beschränkt werden, in denen es einen Fachkräftemangel gebe. In der Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen sind rund vier Prozent entweder arbeitslos oder gehen nicht zur Schule.

Es dürfte vorerst bei Worten bleiben

Die Sozialdemokraten führen eine Minderheitsregierung mit den Grünen, die den Plan des Ministerpräsidenten jedoch ablehnen. Eine Einschränkung der Arbeitsmigration vor den nächsten Wahlen im September 2018 gilt daher als unwahrscheinlich. Löfvens Äusserungen werden auch als Versuch gewertet, die Abwanderung von Wählern zu den rechtsextremen Schwedendemokraten zu stoppen.

Schweden hatte 2014 und 2015 244'000 Asylbewerber aufgenommen - gemessen an seinen knapp zehn Millionen Einwohnern war dies die höchste Pro-Kopf-Quote in Europa.

(sda/mbü)