Die schwedische Zentralbank hat ihren wichtigsten Zinssatz in den negativen Bereich abgesenkt und überraschend den Kauf von Staatsanleihen angekündigt. Ziel ist es, die grösste nordische Volkswirtschaft aus einer Deflationsspirale herauszuziehen.

Die Riksbank in Stockholm senkte den Reposatz von null auf minus 0,10 Prozent. Der Schritt war von sechs der 18 von Bloomberg News im Vorfeld befragten Ökonomen erwartet worden. Die übrigen gingen von einem unveränderten Reposatz aus.

Lockere Geldpolitik

Die Geldpolitik werde «bald expansiver werden», indem Staatsanleihen mit Restlaufzeiten von einem Jahr bis fünf Jahren im Volumen von 10 Milliarden Kronen (1,1 Milliarden Franken) gekauft werden, erklärte die Riksbank. Sie versprach, den Reposatz so lange im negativen Bereich zu halten, bis die Inflation auf nahe zwei Prozent gestiegen ist. Das wird nach Einschätzung der Zentralbank in der zweiten Jahreshälfte 2016 der Fall sein. Wenn notwendig, will die Riksbank weitere Massnahmen ergreifen.

«Um sicherzustellen, dass die Inflation bis zum Zielwert steigt, ist die Riksbank darauf vorbereitet, die Geldpolitik rasch expansiver zu machen, auch zwischen den regulären geldpolitischen Sitzungen, sollte es erforderlich werden», erklärte die Zentralbank.

Schwedische Krone taumelt

Die schwedische Krone verlor nach der Entscheidung bis zu 2,1 Prozent gegenüber dem Euro und lag gegen Mittag 1,1 Prozent niedriger bei 9,5984 Kronen je Euro. Die Rendite der fünfjährigen Schweden-Bonds fiel um zehn Basispunkte auf 0,8 Prozent. Die zweijährige Rendite ging auf minus 0,24 Prozent zurück.

( bloomberg/ise)

 

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