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Studie
Schweiz braucht Investitionen von 24 Milliarden

ETH Zürich: Führend in Sachen Ausbildung.

Der Verkehr, das Bildungswesen und die Gesundheitsindustrie: Das alles ist spitze in der Schweiz. Soll es so bleiben, braucht es Geld.

Veröffentlicht am 20.06.2018

Geht es um Forschung, Bildung und Gesundheit, dann stellt die Schweiz die anderen europäischen Länder in den Schatten. Doch um diesen Spitzenplatz verteidigen zu können, muss das Land in den kommenden Jahren insgesamt 24 Milliarden Franken investieren, heisst es in einer am Mittwoch vom Beratungsunternehmen EY veröffentlichten Studie «Investing in Europe's Future». 

In vier von fünf zentralen Wachstumskategorien belegt die Schweiz der Studie zufolge den ersten Platz in Europa. Spitze ist sie in der Kategorie Basis-Infrastruktur, Forschung und Innovation, Bildung sowie Gesundheit. Die Schweiz stellt damit Länder wie Schweden, das ebenfalls «auffallend gut» abschnitt, die Niederlande, Dänemark, Finnland, Österreich, Grossbritannien, Frankreich, Deutschland und Belgien in den Schatten. 

Investitionen in Vernetzung und Digitalisierung  Dagegen benötigen gemäss der Studie Länder wie Bulgarien, Kroatien, Zypern, Griechenland, Litauen, Bulgarien und Rumänien erhebliche Verbesserungen, um ihren Rückstand aufzuholen. 

Die gute Platzierung zeige, dass die Schweiz in den letzten Jahren konstant investiert habe, vor allem in Infrastrukturen, schreiben die Autoren der Studie. Doch auf diesen Lorbeeren dürfe sich das Land keinesfalls ausruhen, warnen sie weiter. Um sich auch langfristig an der Spitze halten zu können, sei «ein Investitionsvolumen in der Höhe von rund 24 Milliarden Franken bis 2025 notwendig», sagt in der Mitteilung Marcel Stalder, CEO von EY in der Schweiz. Der Fokus solle dabei auf der Verbesserung der Vernetzung und dem Vorantreiben der Digitalisierung liegen. 

Zunehmender Druck aus China 

Stalders Mahnung erfolgt vor dem Hintergrund der Entwicklung in China. Dort betrug das offizielle Investitionsvolumen im Jahr 2016 rund fünf Billionen US-Dollar. Das entspricht rund 43 Prozent des chinesischen Bruttoinlandprodukts (BIP). Ein grosser Teil der Gelder würden dabei in neue Technologien und den Ausbau der Infrastruktur fliessen, schreiben die Autoren. 

Im Gegensatz dazu haben gemäss den Autoren alle grossen Volkswirtschaften seit 1997 gemessen am BIP-Anteil einen Rückgang der Investitionen erlebt. Auffällig – und gleichzeitig bedenklich – sei, dass sie dabei ausgerechnet bei der Digitalisierung vergleichsweise schwach abschneiden würden: Neben Deutschland auf Platz elf gebe auch Frankreich auf Platz 17 und Italien auf Platz 25 keine gute Figur ab, heisst es weiter. Am besten schneide noch Grossbritannien auf Platz sechs ab. 

Diese Entwicklung sollte die hiesigen Volkswirtschaften aufrütteln. Denn sie zeige, dass der Wettbewerb im Bereich der Digitalisierung hart ist und sich auch die Schweiz hier keine Verschnaufpause leisten darf, mahnen die Autoren. 

Hintergrund der aktuellen EY-Studie ist die sogenannte «Investitionsoffensive für Europa», besser bekannt als «Juncker-Plan». Diese soll bis 2025 Investitionen in Höhe von insgesamt 275 Milliarden Euro anregen, um das zukünftige Wachstum in ganz Europa langfristig nicht zu gefährden.  

(sda/ise)

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