Auch im vergangenen Jahr haben die Schweizer Käseexporte zugenommen und damit dem starken Franken getrotzt. Insgesamt wurden 66'905 Tonnen ins Ausland geliefert - ein Plus von 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damals legten die Exporte um lediglich 1,4 Prozent zu.

Besonders stark war die Zunahme 2012 bei einem nicht unbedingt sehr schweizerischen Käseprodukt: Mozzarella. Hier stiegen die Ausfuhren um 32,1 Prozent auf 5145 Tonnen. Zu den weiteren Exportgewinnern gehören Halbhartkäse und Vollfett-Hartkäse, wie die TSM Treuhand und die Switzerland Cheese Marketing (SCM) am Freitag mitteilten.

Nach wie vor machen jedoch die bekannten Schweizer Käsesorten Appenzeller, Le Gruyère und Emmentaler mehr als die Hälfte der Käseexporte aus: 51,7 Prozent oder 34'573 Tonnen. Als einziger dieser drei Grossen konnte der Emmentaler zulegen, und zwar um 2,6 Prozent auf 17'863 Tonnen. Le Gruyère (Total 11'527 Tonnen) und Appenzeller (5183 Tonnen) büssten 1,5 respektive 8,0 Prozent ein.

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«Zunehmender Preiskampf im Ausland»

Manuela Sonderegger von SCM erklärt diesen Rückgang mit dem zunehmenden Preiskampf in den grössten Exportmärkten Italien, Frankreich und Deutschland: "Die Konkurrenten drücken die Preise nach unten, während der Käse aus der Schweiz aufgrund des starken Frankens teurer wird."

In Italien, dem grössten Absatzmarkt für Emmentaler, schlägt zudem die anhaltende Eurokrise auf die Konsumlaune. Insgesamt verringerten sich die Käseausfuhren zum südlichen Nachbarn um 2,9 Prozent auf 11'874 Tonnen. Grösster Abnehmer von Schweizer Käse ist weiterhin Deutschland mit 29'347 Tonnen (plus 12,1 Prozent).

Auch Importe gestiegen

Im liberalisierten Käsemarkt hat die Schweiz nicht nur mehr Käse ausgeführt - sie hat 2012 auch 1975 Tonnen (4,0 Prozent) mehr Käse importiert. Gesamthaft waren es 50'864 Tonnen. Die meisten Importkäse stammten aus Italien, Frankreich und Deutschland, wobei insbesondere die Einfuhren aus Italien stark zulegten.

(tke/aho/sda)