Lange kränkelte der Schweizer Tourismus wegen des starken Frankens. Damit ist jetzt Schluss: Nach einem kräftigen Plus um 550 Millionen Franken verbuchte die Branche im vergangenen Jahr Rekordeinnahmen von 15,65 Milliarden Franken. Damit wurde selbst der bisherige Höchststand aus dem Jahr 2008, als rund 15,6 Milliarden Euro eingenommen wurden, leicht übertroffen. Das zeigen erst heute veröffentlichte Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS).

Damit scheint sich eine Trendwende im Schweizer Tourismus anzudeuten. Bereits Anfang Juni betonte die Direktorin des Schweizer Tourismusverbands Barbara Gisi, dass der Trend nach schwierigen Jahren wieder nach oben zeige. Mit den neuen Zahlen wird nun auch klar: Der Einnahmenanstieg um 3,6 Prozent 2013 war das erste Plus nach vier Einbussen in Folge. Doch allein dieser kräftige Anstieg konnte alle Verluste der Vorjahre vollständig aufholen.

Zahl der Übernachtungen steigt

Am meisten Einnahmen brachten dabei die Übernachtungen, insgesamt 10,6 Milliarden Franken flossen so in die Kasse. Das Plus ist auf eine Zunahme der Anzahl der Übernachtungen zurückzuführen, denn die Gäste gaben im Schnitt nicht mehr für Hotelzimmer aus als ein Jahr zuvor. Zum Plus trugen ausserdem Ausbildungs- und Spitalaufenthalte bei. Vor allem kamen mehr Hochschulstudierende in die Schweiz. In diesem Bereich legten die Ausageben um 5,5 Prozent oder 170 Millionen Franken zu.

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Da Schweizer Touristen zugleich so viel im Ausland ausgaben wie noch nie – nämlich 14,9 Milliarden Franken und damit noch einmal 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr – ging der Saldo der Fremdenverkehrsbilanz im Vergleich zu 2012 leicht zurück (minus 74 Millionen Franken). Unter dem Strich stehen 800 Millionen Franken.

Ausgaben im Ausland gesteigert

Die Preise sind laut BFS für die nicht in der Schweiz wohnhaften Personen etwas attraktiver geworden, was 2013 zu einem Anstieg der Einnahmen aus dem Tages- und Transitverkehr geführt hat. Die Zunahme der Anzahl ausländischer Grenzgänger sowie Kurzaufenthalter widerspiegelte sich in höheren Konsumausgaben bei diesen – um 5,0 Prozent auf 2,3 Milliarden Franken.

Für Schweizer ist das Einkaufen im Ausland nach wie vor äusserst attraktiv. Die Ausgaben der Schweizer Reisenden im Ausland verzeichneten 2013 somit ein erneutes Wachstum (minus 4,4 Prozent). Diese Entwicklung ist in erster Linie auf die Ausgaben beim Reiseverkehr mit Logiernächten zurückzuführen, die um 5,7 Prozent auf 11,1 Milliarden Franken stiegen. Beim Tages- und Transitverkehr stagnierten die Ausgaben (plus 0,6 Prozent), nachdem sie 2011 und 2012 signifikante Zunahmen verzeichnet hatten.