Besonders betroffen von Tieflöhnen ist der Detailhandel. Gemäss einer Studie der Universität Genf arbeiten 20 Prozent der Tieflohn-Bezüger in dieser Branche. Dahinter folgt das Gastgewerbe mit 14 Prozent, wie Studienautor Roman Graf vor den Medien in Bern erklärte.

«Insbesondere Frauen werden im Detailhandel zu tiefe Löhne bezahlt», sagte dazu Paul Rechsteiner, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB). Als Beispiel nannte er die Schuhverkäuferinnen. Diese würden oftmals für einen Lohn unter 4000 Franken arbeiten, der «schlicht nicht zum Leben reicht».

«Frauen verdienen im Detailhandel monatlich rund 630 Franken weniger als ihre männlichen Kollegen», erklärte SGB-Chefökonom Daniel Lampart. Die Mindestlohninitiative sieht der SGB als bestes Mittel, um diese Lohndiskriminierung zwischen Frau und Mann wirkungsvoll zu bekämpfen.

Die Studie der Universität Genf wurde vom SGB in Auftrag gegeben. Als Basis diente den Studienverfassern die Lohnstrukturerhebung 2010 des Bundesamt für Statistik (BFS).

(chb/sda)

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