Der Schweizer Aussenhandel legte im Juni in beide Verkehrsrichtungen zu. Während die Exporte nominal um 7,6 Prozent auf 16,89 Milliarden Franken (real +1,8 Prozent) stiegen, legten die Importe um 3,7 Prozent (real +3,4 Prozent) auf 14,64  Milliarden zu. Daraus ergibt sich für den Berichtsmonat ein Handelsbilanzüberschuss von 2,25 Milliarden Franken, wie die Eidgenössische Zollverwaltung EZV am Donnerstag mitteilte.

Allerdings zählte der diesjährige Juni einen Arbeitstag mehr. Bereinigt nahmen die Ausfuhren lediglich um 2,2 Prozent zu (real: -3,3 Prozent) und die Einfuhren sanken gar um 1,6 bzw. 1,8 Prozent.

Die Exportgüter verteuerten sich den Angaben zufolge um 5,7 Prozent, während die Preise der importierten Waren fast unverändert blieben (+0,3 Prozent). Unter Ausschluss der Pharmadivision erhöhten sich die Exportgüterpreise um 4,0 Prozent und jene der Importgüter um 3,0 Prozent.

Stagnation im ersten Halbjahr

Im Halbjahreszeitraum von Januar bis Juni stagnierten im Umfeld der sich eintrübenden Weltkonjunktur sowohl die Exporte wie auch die Importe. Dabei ging der Aussenhandel mit der EU in beiden Verkehrsrichtungen zurück. Die Exporte sanken um 0,2 Prozent auf 100,1 Milliarden Franken (real -0,6 Prozent), die Importe um 0,3 Prozent auf 88,4 Mrd (real +1,2 Prozent). Die Handelsbilanz wies einen Überschuss von 11,62 Milliarden auf.

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Laut EZV schrieben sieben der zehn Exportbranchen einen Absatzrückgang. Gleich um einen Fünftel reduzierten sich dabei die Lieferungen der Papier- und Grafischen Industrie. Im völligen Gegensatz dazu stehen die Ergebnisse der Uhrenindustrie; diese konnte 16 Prozent mehr exportieren. Bereits in der Vorjahresperiode hatte die Uhrenindustrie ein Plus von 19% erzielt.

Während der Absatz in Europa im Halbjahr klar schwächelte (EU: -3 Prozent), erhöhten sich die Lieferungen nach den übrigen Kontinenten mehr oder weniger deutlich. Gleich um einen Zehntel wuchsen die Exporte nach Nord- (Kanada: +12 Prozent; USA: +10 Prozent, namentlich Pharmazeutika) und Lateinamerika (Mexiko: +9 Prozent).

Die Ausfuhren nach Afrika und Ozeanien nahmen um je 4 Prozent zu. Und nach Asien gingen wertmässig rund 2 Prozent mehr Güter. Hier standen allerdings den Mehrausfuhren nach Saudi-Arabien (+36 Prozent), Hongkong (+24 Prozent) und Singapur (+12 Prozent) rückläufige Exporte nach China (-14 Prozent) und Indien (-13 Prozent) gegenüber.

(rcv/muv/awp)