Sechs rechtskräftige Urteile zum Abbruch illegaler Bauten ausserhalb der Bauzonen hat das St. Galler Verwaltungsgericht in den vergangenen zehn Jahren gefällt.

Die Richtersprüche wurden alle nicht umgesetzt, wie der Ende 2012 pensionierte Gerichtspräsident Ulrich Cavelti der «NZZ am Sonntag» sagt. «Das ist ein fatales Signal. Wer soll das Gesetz noch respektieren, wenn Gerichtsurteile nicht durchgesetzt werden?», fragt Cavelti. Gemeindepräsidenten müssten mit ihren Nachbarn und Wählern gut auskommen, sagt Cavelti: «Es ist ihnen höchst unangenehm, wenn sie einen Abbruch verlangen oder im Extremfall sogar einen Bagger auffahren lassen müssen.»

Nach einem Brief Caveltis hat das kantonale Baudepartement die betroffenen Gemeinden zu einer Stellungnahme aufgefordert. Auf grosszügige Behörden können nicht nur St. Galler Bauherren zählen. Raimund Rodewald, Geschäftsführer der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, sagt: «Wir kennen vor allem Fälle aus den Kantonen Tessin, Wallis, Graubünden, Bern, Luzern und Aargau.» Zahlen fehlten, weil die Fälle nicht systematisch überprüft würden. Er gehe von Tausenden illegaler Bauten aus.

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(chb)