Wenn Sie diesen Artikel lesen, sind Sie womöglich gerade aus den verdienten Sommerferien zurück - in den Sie vermutlich viel Geld investierten. Denn wie eine Erhebung der Deutschen Bank für handelszeitung.ch zeigt, sind die Schweizer bei Auslandsreisen im weltweiten Vergleich besonders spendabel. Umgerechnet 1800 Dollar gaben die Eidgenossen 2012 im Schnitt dafür aus - das ist mehr als in den meisten anderen Ländern rund um den Globus.

Die Italiener etwa zahlten 2012 demnach nur gut 400 Dollar für internationale Reisen. Auch Briten und Franzosen sind deutlich weniger ausgabefreudig. «Die Schweizer sind auch reisefreudiger als die Deutschen», sagt Ökonom Oliver Rakau von der Deutschen Bank. Pro Kopf löhnten die Nachbarn aus dem Norden im vergangenen Jahr mit 1000 Dollar nur gut halb so viel für Auslandsreisen wie die Schweizer.

Schweizer geben viel und immer mehr aus

Der Trend zeigt bei den Schweizern zudem weiter nach oben: Seit 2005 legten die Ausgaben der Schweizer um 23 Prozent zu. Dabei basiert dieser im globalen Vergleich kräftige Anstieg nur teilweise auf der Frankenstärke, wie Rakau erklärt. In Deutschland etwa lag das Plus im gleichen Zeitraum nur bei gut 9 Prozent.

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Nur eine gute Handvoll Länder platzieren sich in der Urlaubs-Rangliste vor der Schweiz. Dabei gilt freilich: Je reicher und kleiner ein Land, desto höher sind tendenziell die Pro-Kopf-Ausgaben. So ist nicht verwunderlich, dass der südostasiatische Stadtstaat Singapur weit oben rangiert. An der Spitze liegt mit Luxemburg ebenfalls ein flächenmässig sehr kleines Land. 

Chinesen zahlen über 100 Milliarden Dollar jährlich

Gemäss der Auswertung der Deutschen Bank zahlen die Chinesen heute insgesamt übrigens am meisten für Auslandsreisen: «Seit 2005 haben sich die Ausgaben nahezu verfünffacht - von gut 20 Milliarden Dollar auf über 100 Milliarden pro Jahr», so Rakau. Dieses Plus spiegelt die markanten Einkommenszuwächse in China wieder, die sich künftig noch fortsetzen dürften. Absolut gesehen liegt Deutschland mit jährlichen Gesamtausgaben von gut 80 Milliarden Euro nur noch auf dem dritten Rang, knapp hinter den USA mit etwas über Milliarden. 

Angesichts der massiven Unterschiede bei der Bevölkerungszahl seien die Ausgaben pro Kopf jedoch die aussagekräftigere Basis, um das Reiseverhalten von Menschen verschiedener Nationalitäten zu vergleichen, so Rakau. Für die Rangliste wertete er die weltweiten Ausgaben anhand von jährlichen Zahlen des Internationalen Währungsfonds (IWF) aus.