Junge Schweizer verschulden sich besonders häufig. Das ergibt der aktuelle Schuldenatlas von Instrum Justitia, der die finanzielle Situation von Privatpersonen analysiert. Dabei liegt das Problem mittlerweile weniger bei Jugendlichen, die ihre Handyrechnung nicht mehr zahlen können – auch wenn dieser Fall nach wie vor häufig ist.

Es sind vielmehr die 25- bis 29-Jährigen, die mit Abstand das höchste und am stärksten zunehmende Verschuldungsrisiko haben. Um ein Drittel hat die Gefahr 2013 im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Am grössten ist die Gefahr der Schuldenfalle bei Alleinerziehenden und Singles, Familien oder Paare geraten seltener in diese Situation. Zugleich zeigt der Radar, dass eine gute Ausbildung vor Schulden schützt.

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Männer geben zu viel Geld im Online-Handel aus

Dabei zeigt sich, dass Frauen unter 30 vor allem wegen Gesundheitsausgaben ins Minus geraten, das heisst für Arzt- und Laborrechnungen. Männer dagegen verführt ihre Technik-Begeisterung am häufigsten: Sie geben vor allem beim Online-Shoppen mehr aus, als sie haben. Bei der Handyrechnung stehen aber vor allem Jugendliche in der Kreide: Hier sind gegenüber 18- bis 25-Jährigen im Durchschnitt 730 Franken offen, während 26- bis 32-Jährige «nur» 626 Franken mit ihren Zahlungen im Rückstand sind. Bei den über 32-Jährigen sind im Schnitt 544 Franken offen.

Positiv zu vermerken ist, dass gerade die jungen Erwachsenen ihre Schulden deutlich schneller zurückzahlen als die älteren Vergleichsgruppen. Im Schnitt brauchen Erwachsene unter 25 Jahre 18 Monate, um die Hälfte ihrer Schuld zu begleichen. Allerdings bleibt bei vielen jungen Schuldner die Neigung, ins Minus zu geraten: Jeder dritte Erwachsene, der mit unter 25 Jahren Rückstände hatte, hat auch fünf Jahre später mindestens eine Rechnung offen.

Auch beim Blick auf die Städte zeigen sich Unterschiede: Generell haben die Einwohner von Fribourg, La Chaux-de-Fonds und Thun das höchste Verschuldungsrisiko. In Genf und Neuenburg hat sich die Situation dagegen seit 2012 deutlich verbessert. Generell ist das Schuldenrisiko in der Stadt aber höher als auf dem Land.

Bei den Kantonen führen Glarus, Fribourg, Solothurn und Bern die Negativliste an, während am anderen Ende die Kantone Waadt, Jura, Nidwalden und Luzern mit einem unterdurchschnittlichem Risiko glänzen.

 

 
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