Branchenvertreter sprechen von über einem Drittel der noch bestehenden 170 Emmentaler-Betriebe, die schliessen müssen. «Die Situation ist schlimm», sagen betroffene Käser.

Schwacher Euro, Preiszerfall und Überkapazitäten sind nur einige der Probleme. Die Emmentaler finden trotz Tiefstpreisen nicht mehr Käufer – im Gegenteil, der Absatz sinkt, die Lager sind übervoll. 6500 bis 7000 Tonnen Käse stapeln sich, wie ein Händler sagt. Normal sind 5000 Tonnen. Die Situation ist so dramatisch, dass der Luzerner Milchkonzern Emmi den Bauern das Angebot machte, die Milch statt in den Emmentaler-Kanal in den Industriekanal zu liefern, dies zum besten A-Milchpreis, wie Betroffene sagen. 

Es gibt Anzeichen, dass sich die zerstrittene Branche doch noch einigen will, und zwar auf eine Mengensteuerung oder einen zentralen Einkauf durch die Sortenorganisation. Die Diskussionen laufen, heisst es. Kenner gehen aber davon aus, dass man mit Massnahmen noch zuwarten will, um die überfällige Marktbereienigung nicht zu stoppen.

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(rcv)